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CD-Besprechung

Felix Mendelssohn-Bartholdy The Symphonies

Felix Mendelssohn-Bartholdy<br />The Symphonies

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 23.10.08

OehmsClassics OC 709

3 CD • 3h 03min • 2006, 2007

Vor wenigen Jahrzehnten waren die beiden der Zählung nach ersten Sinfonien Mendelssohns noch so gut wie unbekannt. Inzwischen liegen – entgegen der von Teresa Pieschacón Raphael im Booklet aufgestellten Behauptung – doch etliche Gesamteinspielungen aller fünf Mendelssohn-Sinfonien vor, die Lobgesang-Sinfonie erfreut sich auch im Konzertleben einiger Beliebtheit, und nur die erste führt nach wie vor ein Mauerblümchen-Dasein. Sehr zu Unrecht, wie die engagierte und sorgfältige Einspielung aus Saarbrücken beweist. Christoph Poppen betont die klassizistischen Züge im Werk des Fünfzehnjährigen. Er sieht den Komponisten durchweg in einem milden, freundlichen Licht, übergeht die dunklen Seiten und glättet Spitzen und Schärfen.

Leider wird das kammermusikalische Spiel, zu dem Christoph Poppen das Orchester über weite Strecken anhält, mitunter konterkariert durch einen undurchsichtigen, manchmal nur lärmenden Klang in den Tutti-Passagen, der wohl vor allem der Aufnahmetechnik anzukreiden ist. An die Stelle von nobler Eleganz tritt dann ein leicht betulich-hausbacker Tonfall. Sonst aber ist der Verzicht auf jegliches Pathos – vor allem in den beiden „religiösen“ Sinfonien, aber auch im heiklen Finale der Schottischen, das Otto Klemperer einst als zu platt empfand und deshalb umkomponierte – sehr erfreulich. Auch die zweite Sinfonie (oder Sinfonie-Kantate) Lobgesang, vielleicht die gelungenste Einspielung dieser Box, versteht Poppen in erster Linie als lyrisches Werk und zeichnet mit weichem Stift, worin ihm Gesangssolisten und Chor bereitwillig folgen.

Bei den Sinfonien Nummer 3 und 4 müssen sich die Neuaufnahmen natürlich der Konkurrenz eines ganzen Heeres von Einzeleinspielungen stellen. Die „Schottische“ erscheint sehr gepflegt, etwas unterkühlt, aber gewissenhaft ausgearbeitet. Von der latenten Spannung, den düsteren, ja gespenstischen Momenten, die Dimitri Mitropoulos in dieser Partitur entdeckte, ist hier freilich nichts zu spüren. Zu sehr huldigt Poppen dem Bild von Mendelssohns glücklicher „heiler Welt“.

Die Italienische ist noch immer ein Prüfstein für Orchesterqualität. Und spätestens hier erweist sich, dass die aus der Fusion des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken und des Rundfunkorchesters Kaiserslautern hervorgegangene Deutsche Radio Philharmonie Weltklasse-Orchestern wie dem Cleveland Orchester (Szell) oder dem London Symphony (Abbado) noch nicht das Wasser reichen kann. Nicht immer ist die letzte Präzision des Zusammenspiels gegeben, das Tempo ist des öfteren unstet, der Klang etwas dick und sämig und manche Phrase wirkt merkwürdig ausdrucksarm. Übrigens erscheint die Wiederholung der Exposition im Kopfsatz – Buchstaben-Treue hin oder her – hier wie auch in der Schottischen dramaturgisch wenig überzeugend, zumal Mendelssohns Rückleitung zum Anfang eher bemüht und wie eine Notlösung wirkt.

Insgesamt zwar nicht das letzte Wort in Sachen Mendelssohn-Sinfonien, doch eine durchaus solide und sympathische Veröffentlichung.

Sixtus König † [23.10.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Mendelssohn Bartholdy Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 11 00:30:40
5 Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 (Italienische) 00:28:31
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Sinfonie Nr. 2 B-Dur op. 52 (Lobgesang) 01:04:09
CD 3
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 (Schottische) 00:40:13
5 Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 (Reformations-Sinfonie) 00:28:47

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern Orchester
Christoph Poppen Dirigent
 
OC 709;4260034867093

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