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CD-Besprechung

OehmsClassics OC 918

2 CD • 2h 21min • 2007

01.07.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Eine Oper mit dem Titel Ezio wird der fortgeschrittene Musikfreund richtigerweise Georg Friedrich Händel zuschreiben. Daß auch Christoph Willibald Gluck das Libretto Pietro Metastasios vertont hat, und das gleich zweimal, ist erst in jüngster Zeit durch die Aktivitäten musikalischer Perlentaucher in Erinnerung gebracht worden. Die erste, für Prag geschriebene Fassung von 1750 kam im vergangenen Jahr in einer Produktion des WDR bei Coviello Classics heraus, Oehms Classics veröffentlicht nun die Wiener Fassung von 1763 in einer Aufführung der Ludwigsburger Schloßfestspiele, die vom SWR aufgezeichnet wurde.

Es gibt zwischen beiden Versionen erhebliche Differenzen, die sich aus der Entwicklung des Komponisten erklären. Gluck war noch nicht der große Opernreformer, als er sich den Text das erste Mal vornahm. Beim zweiten Anlauf aber lag Orfeo ed Euridice gerade hinter ihm und natürlich musste eine Opera Seria nach altem Muster einen Schritt zurück bedeuten. Die Neufassung geriet denn auch zu einem Kompromiß. Von den 25 Nummern der Prager Fassung übernahm Gluck knapp die Hälfte, viele der Dacapo-Arien wurden erheblich gestrafft, der Orchesterpart noch farbiger gestaltet. Aber die Grundstruktur einer barocken Nummern-Revue, in der sich Arie an Arie reiht, blieb erhalten. Das wirkt auf den Hörer bei aller Kunstfertigkeit des Komponisten auf Dauer etwas einförmig, mag aber bei einer entsprechenden Inszenierung auf der Bühne durchaus Eindruck machen, denn Metastasio liefert einen Opernstoff comme il faut: Der römische Feldherr Ezio liebt die Patriziertochter Fulvia, auf die der Kaiser Valentiniano ein Auge geworfen hat. Dessen Schwester Onoria wiederum ist in Ezio verknallt, und Fulvias Vater Massimo trachtet Valentiniano nach dem Leben.

In der Ludwigsburger Aufführung springt der dramatische Funke leider nur selten über. Der Dirigent Michael Hofstetter, dem zwei Jahre zuvor am gleichen Ort eine glanzvolle Wiederbelebung von Cimarosas Gli Orazi e i Curiazi gelang, verharrt hier zu häufig in einem betulichen Lyrismus, hält die Affekte zu sehr unter Kontrolle. Von den Sängern weiß eigentlich nur der junge Countertenor Franco Fagioli in der Titelpartie wirklich zu überzeugen, da er Klangschönheit mit Virtuosität und dramatisch bewusstem Singen verbindet. Am nächsten kommt ihm die Sopranistin Kirsten Blaise in der Rolle der Fulvia, während Ruth Sandhoff in der ursprünglichen Kastratenpartie des Kaisers weder durch Materialqualität noch durch sängerische Brillianz punkten kann. Stefano Ferrari gibt dem Schurken Massimo zwar eine herrlich fiese Tenorfarbe, gerät dann in den Arien aber schnell an technische Grenzen.

Ekkehard Pluta [01.07.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Christoph Willibald Gluck
1Ezio (Opera seria in drei Akten)

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