Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

C. Debussy
Piano Music Vol. 4

C. Debussy<br />Piano Music Vol. 4

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 02.05.08

label_888.jpg
→ Katalog und Neuheiten

BIS 1655

1 CD • 82min • 2007

Wie oft ist man in den letzten Jahrzehnten in Diskussionen verwickelt gewesen, in denen Kollegen den japanischen Studenten und Interpreten jegliche Berechtigung absprachen, die Musik des so genannten Abendlandes auch nur annähernd treffend aufführen zu können. In vielen Fällen – zumal im beruflichen Fegefeuer der internationalen Wettbewerbe – konnte man diese Einstellung als begründet erfahren. Aber – und dies ist ein erfreuliches Aber – Noriko Ogawa beweist, dass sie eine gültige, gleichwohl eigenwillige Beziehung zur Musik der alten Welt herzustellen vermag. Denn diese Debussy-Aufnahmen sind nicht nur korrekt gelesen, sondern ein Beispiel dafür, wie man auf der Basis bester Technik und aufmerksamer Intelligenz das Ferne, das Andere in sich aufzunehmen vermag.

Noriko Ogawa versteht es, die Etüden und die rätselhaft codierten Épigraphes – und im „Anhang“ die kleinen posthumen Funde – in all ihrer Vieldeutigkeit zum Leben zu erwecken und mit ihrem wendigen, klugen Spiel über die kurze Spieldauer hinweg auch am Leben zu erhalten. Eine bewundernswerte Leistung, ein bemerkenswertes Beispiel japanischer Klavierkunst im Sinne von Einfühlung und pointiertem Bestehen auf Individualität. Die zwölf Etüden gelingen Noriko Ogawa mit leichten Händen, mit Gewichtungen und Ätzungen, wenn nötig flüchtig, ohne jede Oberflächlichkeit, gleitend, wirbelnd und im nächsten Moment beharrlich, so wie es die verschiedenen Stücke erfordern. Diese würdigende Art der Beschreibung mache ich bei dieser Gelegenheit auch geltend für Ogawas japanischen Kollegen Makoto Ueno, der mit dem Debussy-Etüden nicht weniger prägend in Erscheinung getreten ist. Er errang 2005 den zweiten Preis im Moskauer Sviatoslav Richter-Wettbewerb – und er ist für mich eine der wichtigsten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte! Noriko Ogawa sei dies keine Konkurrenz, aber – wenn es um Japan geht – dann sollten auch die wichtigsten „Mitbewerber“ beim Namen genannt werden!

Vergleichsaufnahmen: Etüden: Pollini (DG), Okamoto (Salycus Nr. 8), Ueno (Octavia Records OVCX-00027), Armengaud (Arts 47840-2), Boguet (Tudor 731/4), Thibaudet (Decca 460 247-2), E.Haase (Tacet 100), Uchida (Great Pianists Philips 456 982-2). Boffard (Harmonia mundi HMN 911733), Krüger R. (ars musici AM 13482-2), Aimard (Warner Classics 8573 83940-2)

Peter Cossé [02.05.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Debussy Douze Etudes L 136 00:49:51
13 Étude retrouvée 00:05:13
14 Intermède (Transkription für Klavier aus dem Klaviertrio Nr. 1) 00:04:05
15 Six épigraphes antiques L 131 00:19:07
21 Les soirs illuminés par l'ardeur du charbon L 150 00:02:05

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Noriko Ogawa Klavier
 
1655;7318590016558

Bestellen bei jpc

label_888.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Entschleunigte Feinfühligkeit, forsche Damenpranke

Edition Stefan Askenase

Noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts konzertierte der aus dem galizischen Lemberg stammende Pianist Stefan Askenase reglemäßig in den europäischen Konzertsälen. Das ältere Publikum hatte den Chopin-Interpreten gleichsam abonniert, bei den Jüngeren und im abgehobenen Kreis des deutschsprachigen Kritikernachwuchses galt der zierliche belgisch-polnische Theodor Pollak- und Emil von Sauer Schüler als Vertreter einer konservativen Handhabe, als ein leibhaftiges Fossil vergangener Chopin-Stilistik.

→ weiter...

Referenz-Aufnahmen

aus dem Themenbereich
Evviva Monteverdi!

Claudio Monteverdi
Monteverdi
Claudio Monteverdi
Claudio Monteverdi
Claudio Monteverdi

Neue CD-Veröffentlichungen

Richard Heuberger
A Lute by Sictus Rauwolf
Visions
Christoph Graupner

CD der Woche

Kenneth Hamilton plays Ronald Stevenson, Volume 1

Kenneth Hamilton plays Ronald Stevenson, Volume 1

Aus dunkler Tiefe steigen schwärzeste Bass-Töne auf, formen eine Tonskala und vereinigen sich mit einer weiteren Stimme zur strengen Fuge. Die ewige ...

Heute im Label-Fokus

Ambiente

Mischa Meyer, Violoncello
Hugo Distler
Naji Hakim<br />Orgelwerke / Organ Works
Anton Heiller

→ Infos und Highlights

Thema Klavier Solo

Nima Farahmand Bafi
cpo 1 CD 999 926-2
Hyperion 1 CD CDA67159
Haydn
Hungaroton 1 DVD-Video HDVD 32371
Vincent Larderet

 

Weitere 52 Themen

Klassik Heute Zahl des Tages

Bei Klassik Heute finden Sie

0

Festivals

→ mehr Zahlen und Infos

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc