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CD-Besprechung

cpo 777 296-2

1 CD • 63min • 2006

05.05.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Trotz einiger leidenschaftlicher Momente ist Max Regers späte Violinsonate Nr. 8 e-Moll op. 122 (auf der Rückseite des Covers ist fälschlicherweise op. 22 notiert) ein eher beschauliches Werk, dessen nicht zu bestreitende Energie nie das Ganze bestimmt, sondern stets episodenhaft in das eher formal denn emotional wirkende Wechselspiel von Anfluten und Abebben der Bewegung integriert ist. Dem Interpreten wird es vom Stück selbst schwer gemacht, das mehr abstrakt denn dramatisch wirkende Hin- und Her des Werkes zuzuspitzen und damit einen einheitlichen Eindruck beim Hörer zu erreichen. Rein in Begriffen von Tendenzen gesprochen, müßte eine Interpretation entweder pointieren und damit das Geschehen in seiner Komplexität reduzieren, oder aber sich in den zahlreichen, für sich reizvollen Zwischenhöhepunkten verlieren.

Die vorliegende exzellente Interpretation des schwedischen Violinduos Ulf Wallin und Roland Pöntinen eröffnet einen zwischen diesen sich eher ausschließenden Möglichkeiten liegenden Königsweg: Einerseits läßt Wallin einen eher neutralen Ton hören, weder besonders süß, noch besonders harsch, weder dünn noch massiv, sondern vielmehr anpassungsfähig; andererseits geht er bei jedem der zupackenden Momente besonders der schnellen Sätze der Sonate: „Moderato“, „Vivace“ und „Allegro expressivo“, aufs Ganze. Dasselbe mehrdeutige Wechselverhältnis spielt sich auf Ebene der Begleitung ab, weil Pöntinen einerseits reaktionsschnell sekundiert, andererseits ausgesuchte Farbwerte anbietet, die auch innerhalb eines solistischen Vortrags faszinieren könnten. Man nehme als Beispiel den ersten Satz der Sonate: Hier überzeugt, wie mit machtvoller Spannungskurve vom gelassen lyrischen Anfang ein geradezu schreiender, aber immer noch spieltechnisch sauber vermittelter Höhepunkt erreicht, wie erschöpft dann aber auch die anschließende Abklingphase angegangen wird, bevor eine nochmalige dringliche Satzcoda den Hörer sozusagen in das Ende schubst.

Einen deutlich unkomplizierteren, wenngleich auch deswegen nicht unbedingt stärkeren Eindruck hinterläßt die Suite a-Moll op. 103a; zwar hat Reger, der zur mäandernden Melodik und vor allem natürlich Harmonik neigte, sich hier an den artifiziellen historischen Tanzsätzen weitaus überzeugender selbst diszipliniert, es zeigt sich jedoch, daß Wallin und Pöntinen nicht mit Vereinfachung ästhetischen Mehrwert herbeirufen wollen, sondern ihre Vielschichtigkeit in diesem besonderen Fall der suitenhaften Genrehaftigkeit zu einem eher verschwommenen denn auf den Punkt gebrachten Bild beiträgt.

Dr. Michael B. Weiß [05.05.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Max Reger
1Sonata No. 8 e minor op. 122 for Violin and Piano (1911) 00:37:07
5Suite op. 103a 00:25:28

Interpreten der Einspielung

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