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CD-Besprechung

J.S. Bach

Cantatas Vol. 37

J.S. Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 06.02.08

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BIS 1621

1 CD/SACD stereo/surround • 77min • 2006, 2005

Was Masaaki Suzuki bisher im Rahmen der Gesamtaufnahme des Bachschen Kantatenwerks vorgelegt hat, erntete bislang gute bis sehr gute Besprechungen, teilweise sogar höchstes Lob. Auch Folge 37 zeugt erneut von Suzukis großer Vertrautheit mit der Tonsprache Johann Sebastian Bachs. Das Bach Collegium Japan und der Countertenor Robin Blaze, einer der führenden Bach-, Händel- und Purcell-Interpreten, präsentieren sich geradezu als berufene Sachwalter der Musik Bachs. Suzuki trifft von Beginn an den richtigen Ton und lässt in schlüssigen Tempi der Musik genügend Raum zum Atmen. Das Ergebnis ist eine geschmeidige Klangrede von enormer Spannkraft, deren lebendige Wort-Ton-Beziehung kaum einen Wunsch offen lässt.

Das Jahr 1726 dient gewissermaßen als Klammer der neuesten Einspielung. Innerhalb weniger Wochen entstanden die drei Solokantaten BWV 35, 169 und 170, die wiederum zu einer Gruppe von sechs Kantaten gehören, in denen die Orgel eine besondere gestalterische Rolle übernimmt: Über die Funktion eines Continuoinstruments hinaus weist Bach ihr die Aufgaben eines solistisch konzertierenden Instruments zu – sowohl im Dialog mit der Singstimme als auch mit dem Orchester in konzertanten Instrumentalsätzen, wie sie die Kantaten Gott soll allein mein Herze haben BWV 169 und Geist und Seele wird verwirret BWV 35 eröffnen (das verstärkte Einbeziehen derartiger Concerti oder Sinfoniae ist übrigens ein Merkmal, das ebenfalls mit dem Jahr 1726 an Bedeutung gewinnt).

Die Mischungsverhältnisse sind insgesamt wohl überlegt und vorbildlich. Wo gefordert, vermag sich die Orgel solistisch prominent abzuheben, ohne jedoch das Tutti, geschweige denn – in ihrer Rolle der konzertierenden Duettpartnerin – Robin Blaze in den Hintergrund zu drängen. Vielmehr gelingen in dieser Einspielung ungemein reizvolle Klangmischungen mit dem schlanken, leicht und tonschön durch alle Lagen geführten Altus von Robin Blaze, etwa in den eng miteinander verwobenen Linienführungen und Figurationen von Singstimme und Orgel in der Aria „Geist und Seele wird verwirret“ aus der gleichnamigen Kantate. Ein Ohrenschmaus ist schließlich die insgesamt ausgezeichnete Textdeklamation und -gestaltung, auch in der diese Einspielung komplettierenden Aria Bekennen will ich seinen Namen BWV 200. Die stimmliche Agilität sowie die anmutigen und natürlich wirkenden Phrasierungen von Robin Blaze stellen sich jederzeit ganz in den Dienst eines glaubhaften Ausdrucks. Gleiches gilt für das Orchester, dessen homogenes, zwar Schärfen und Kanten ein wenig glattbügelndes, dennoch tadelloses Ensemblespiel zudem ein besonderes Augenmerk auf die Klangfarbe zu richten scheint.

Allein ein für meine Begriffe zu großer Hallanteil trübt ein wenig das sehr positive Gesamtbild der vorliegenden Aufnahme, vervollständigt durch vorzügliche Einführungstexte von Klaus Hofmann und Masaaki Suzuki. Verantwortlich hierfür mag die Akustik der Aufnahmeorte sein. Vielleicht wäre aber dennoch ein Mehr an Transparenz möglich gewesen. Und so lässt sich kaum entscheiden, ob die ein oder andere Phrasierung im Orchester zu wünschen übrig, oder ob das hin und wieder recht verschwommene Klangbild ein eben doch detailgenaues Ensemblespiel einfach nicht zur Geltung kommen lässt.

Christof Jetzschke [06.02.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Gott soll allein mein Herze haben BWV 169 (Kantate) 00:23:03
8 Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust BWV 170 (Kantate) 00:23:11
13 Geist und Seele wird verwirret BWV 35 (Kantate) 00:25:56
20 Bekennen will ich seinen Namen BWV 200 (Kantate) 00:04:04

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Robin Blaze Altus
Bach Collegium Japan Orchester
Masaaki Suzuki Dirigent
 
1621;7318599916217

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