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CD-Besprechung

L. Spohr

cpo 1 CD/SACD stereo/surround 777 177-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 17.12.07

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cpo 777 177-2

1 CD/SACD stereo/surround • 63min • 2006, 2007

Louis Spohr führt im heutigen Konzertleben mehr oder weniger ein Schattendasein. Ohne das unverwüstliche Violinkonzert in Form einer Gesangsszene und das Nonett (ohnehin mehr ein Geheimtipp eingefleischter Kammermusikfreunde) wäre sein Name dem Musikfreund von heute kaum noch geläufig. Auch die Spohr-Diskographie stellt sich – gemessen am Umfang seines Oeuvres – eher bescheiden dar. Von den Sinfonien existieren bisher nur einzelne Aufnahmen bei verschiedenen Labels, Alternativ-Einspielen gibt es kaum.

Dabei galt Louis Spohr neben dem vierzehn Jahre älteren Beethoven – und vor allem nach dessen Tod – als der größte Sinfoniker seiner Zeit. Freilich war sein den Grundsätzen einer klassizistischen Ästhetik verpflichtetes künstlerisches Ideal jenem von Beethoven geradezu diametral entgegengesetzt: Erhabenheit und Würde gegen Sturm und Drang, sorgfältige Ausarbeitung und Entwicklung gegen genialische Intuition. Auf dieser Basis entwickelte Spohr einen eigenständigen Typus der Sinfonie, der sich immerhin einige Jahrzehnte neben dem Beethovens behaupten konnte.

Das Label cpo, das bereits mit der Oper Faust, den fünf Klaviertrios und den kompletten fünfzehn Violinkonzerten einen herausragenden Beitrag zur Wiederentdeckung des Komponisten geleistet hat, beginnt nun die erste Gesamteinspielung der zehn Sinfonien. Die Aufnahmen basieren auf der neuen kritischen Gesamtausgabe. Die Serie startet mit der dritten Sinfonie, die ein Jahr nach Beethovens Tod vollendet wurde, bei ihrer Uraufführung 1829 in Kassel sowie bei einer ganzen Reihe von Folgeaufführungen großen Eindruck machte und bis heute die erfolgreichste unter Spohrs Sinfonien geblieben ist – ein ernstes, gewichtiges Werk, dicht gearbeitet und melodisch reizvoll, das in der Neuaufnahme unter Leitung des vielseitigen Engländers Howard Griffiths absolut spannend anzuhören ist. Griffiths, der bisher vor allem als Chefdirigent des Zürcher Kammerorchesters hervorgetreten ist, versteht es, die bewährte NDR Radiophilharmonie Hannover zu außerordentlich differenziertem Spiel zu animieren. Da werden nicht krampfhaft Effekte gesucht, die Musik fesselt gerade, weil sie angemessen unforciert und selbstverständlich daherkommt. Spohrs zehnte Sinfonie von 1857 – hier als Weltersteinspielung geboten – wirkt im Charakter etwas leichter als die Dritte, kann aber keineswegs (wie gelegentlich zu lesen) als Indiz für nachlassende Schaffenskraft gewertet werden. Bewundernswert ist die Konzentration und der Verzicht auf jedes überflüssige Element, nirgends sonst hat Spohr sein Ideal eines klassisch überhöhten Stils so konsequent umgesetzt. Seine eigene Einstellung dem Werk gegenüber war wohl zwiespältig: Er verbot eine Aufführung, hütete sich aber, die Partitur zu vernichten. So kann der Hörer sich nun anhand dieser (auch aufnahmetechnisch bestens gelungenen) Wiedergabe sein eigenes Urteil bilden.

Sixtus König † [17.12.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L. Spohr Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 78 00:29:58
5 Sinfonie Nr. 10 Es-Dur WoO 8 00:25:40
9 Ouverture F-Dur WoO 1 00:06:48

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
NDR Radiophilharmonie Orchester
Howard Griffiths Dirigent
 
777 177-2;0761203717729

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