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CD-Besprechung

J. Haydn

hänssler CLASSIC 1 CD 98.238

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 21.12.07

hänssler CLASSIC 98.238

1 CD • 70min • 2006

Dass die musikalische „Klassik“ vielleicht doch etwas öd und langweilig ist, mag eine pubertäre Bemerkung sein – oder die eines noch ganz im Sturm-und-Drang-Hör-Rausch-Befindlichen, dessen Unzurechnungsfähigkeit Ergebnis übermäßig dosierten Hörens von Haydn-Sinfonien eben dieser Sturm-und-Drang-Phase ist. Gerade Haydns mittlere, noch nicht wirklich „klassische“ Sinfonien sprühen dermaßen von wilden Temperamenten, Frechheiten und Provokationen, dass man musikgeschichtlich eigentlich bruchlos mit Schumanns Klavier- oder Jimi-Hendrix’ Gitarren-Abenteuern weitermachen könnte. Dabei erzeugt – und das ist gerade auch ein Verdienst der hier vorliegenden Einspielungen – Haydn keine dionysische Trunkenheit, sondern eher eine Art lichtes, durchaus auch rauschhaftes apollinisches Hochgefühl, das die geistige Klarsicht nicht wirklich angreift. Thomas Fey und sein stets so transparentes wie präsentes Orchester zeigen hier durchgehend ein Maß an musikalischer Wachheit, wie es für die rhythmische Vielfalt und Energiegeladenheit vor allem der Ecksätze optimal ist. Die Balance zwischen den quasi fliegenden, dabei höchst pointierten Rhythmen der Musik und ihrer sich nie wirklich vollständig vollziehenden gestischen Manifestation gelingt Fey so selbstverständlich wie schwerelos, etwa im Schluß-Presto der C-Dur-Sinfonie, in dem dynamische Plötzlichkeiten, farbliche Schattierungen, melodischer Duktus und gestische Prägnanz brillant durchgearbeitete Teilaspekte der vom Rhythmischen getragenen Architektur der Musik sind. Die „Trauersinfonie“ in e-Moll schließlich ist in Feys packender Interpretation kein Sammelsurium von Trauer und Traurigkeit, sondern eine mit großem musikalischen Leben erfüllte Arena der rhythmischen und gestischen Einfälle, sicher mit Ernst, aber vor allem auch mit sportlichem Drive vorgetragen, ohne dadurch die Geheimnisse der Musik voll preiszugeben! Auch in den besinnlicheren und schlichteren langsamen Sätzen entfaltet das an historischer Aufführungspraxis orientierte Heidelberger Ensemble einen innerlich bewegten, dabei wohltuend entspannten Musizierstil, der keine Phrase irgendwie zufällig oder unbelebt zurücklässt. Auf die Vervollständigung der Haydn-Sinfonien mit Thomas Fey darf man weiterhin gespannt sein!

Hans-Christian v. Dadelsen [21.12.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Haydn Sinfonie Nr. 41 C-Dur Hob. I:41 00:20:30
5 Sinfonie Nr. 44 e-Moll Hob. I:44 (Trauersinfonie) 00:25:56
9 Sinfonie Nr. 47 G-Dur Hob. I:47 00:23:33

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Heidelberger Sinfoniker Orchester
Thomas Fey Dirigent
 
98.238;4010276018162

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