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CD-Besprechung

L.v. Beethoven

Zig Zag Territoires 1 CD ZZT070802

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 07.12.07

Klassik Heute
Empfehlung

Zig Zag Territoires ZZT070802

1 CD • 55min • 2007

Jos van Immerseel macht in dieser Neuproduktion nicht nur wieder einmal seinem Namen alle Ehre: Er hat auch erneut eine seiner musikalischen “Bomben” gezündet, die Kritiker und Fans weithin begeistern dürften. Gemeinsam mit seiner Partnerin Midori Seiler lotet er Beethovens drei Violinsonaten op. 12 bis in die letzten Tiefen aus, mit Ausdrucksextremen, als ob die beiden um ihr Leben spielen würden. Im Kopfsatz der ersten Sonate (ab Tr. 7, 5’13) brodelt die Durchführung geradezu; der vibratolose, fahle Geigenklang steht im starken Kontrast zu dem unbekümmerten “Vorhang auf!”-Beginn dieser Sonate. Der Mittelsatz wird endlich einmal wieder wirklich Andante con moto begonnen, sorgsam ausgeziert, und die Variationen entfalten sich in schönster Vielseitigkeit. Im Rondo haben die beiden keine Scheu, die “Rausschmeißer”-Effekte hemmungslos auszuspielen, die sonst gern allzu seriös zurückgehalten werden. Verfechter kultivierten Wohlklangs werden diese Lesart zweifellos vulgär finden, aber ich glaube, Immerseel und Seiler sind hier weit mehr bei Beethoven als schöngeistige Interpretationen der Mainstream-Stars.

Die CD hat jedoch einen dramaturgischen Schönheitsfehler: Sie beginnt mit der zweiten Sonate und endet mit der ersten. Warum die Reihenfolge der Sonaten umgestellt wurde, ist nicht recht zu erkennen (und schon gar nicht aus dem Kontext der Werkentstehung begründet). Gerade der Beginn der zweiten Sonate, in der die Geige zunächst nur Begleitfloskeln hat, ist weitaus weniger fesselnd als die Eröffnungs-Akkorde der ersten Sonate. Ich könnte mir allenfalls vorstellen, dass man bewußt die Geigerin hervorheben wollte und deshalb die dritte Sonate, in der der Klavierpart am stärksten selbständig hervortritt, in die Mitte gerückt hat. Andererseits ist die dritte Sonate auch die kühnste, und man darf auch nicht übersehen, dass Beethoven mitunter bei solchen Sammlungen Zusammenhänge herstellte (man denke nur an die als Gesamtwerk anzusehenden späten Klaviersonaten op. 109–111). Das schmälert freilich nicht das große Hörvergnügen, und man kann schließlich auch die Tracks so programmieren, dass die originale Reihenfolge wiederhergestellt wird. Der Klang ist vorzüglich – angeschärft und direkt, aber farbreich und mit sehr natürlich wirkender Raum-Charakteristik.

Dr. Benjamin G. Cohrs [07.12.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Sonate Nr. 2 A-Dur op. 12 Nr. 2 für Violine und Klavier 00:16:40
4 Sonate Nr. 3 Es-Dur op. 12 Nr. 3 für Violine und Klavier 00:18:27
7 Sonate Nr. 1 D-Dur op. 12 Nr. 1 für Violine und Klavier 00:19:41

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Midori Violine
Jos van Immerseel Klavier
 
ZZT070802;3760009291539

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