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CD-Besprechung

W.A. Mozart

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1618

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 25.01.08

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BIS 1618

1 CD/SACD stereo/surround • 69min • 2006

Eine Offenbarung in jeder Hinsicht ist diese großartige Neu-Einspielung der Konzerte für mehrere Klaviere und Orchester von Mozart. Manfred Huss und seine Haydn Sinfonietta Wien sind tief in die Abgründe der Aufführungspraxis eingetaucht. Der Dirigent und Pianist weist in seinem vorzüglichen Booklet-Text insbesondere hin auf die heute selten berücksichtigte Praxis zu Mozarts Zeiten, daß das Klavier auch in den Tutti den Continuo-Part übernahm, ebenso auf die Reduktion der Streicher in den mit “Solo” bezeichneten Partien. Fragwürdig scheint mir einzig die Behandlung der Bässe in KV 365 (1. Fassung): Cliff Eisen wies in seinem Aufsatz “The Scoring of Orchestral Bass Part in Mozart’s Salzburg Keyboard Concertos: The Evidence of the authentic Copies” (In: Mozart's Piano Concertos: Text, Context, Interpretation, hg. von Neal Zaslaw, University of Michigan 1996, ISBN 0-472-10314-8) darauf hin, daß Mozart offenbar in der Terminologie der Bass-Bezeichnungen in autographen Partituren und Stimmen genau unterschied, ob die Celli beteiligt werden sollten oder nicht: Wo “Bassi” oder “Basso” steht, waren Celli und Kontrabässe bzw. Violonen gemeint; wo aber nur “Contrabbasso” oder “Violone” steht, sollten offenbar die Celli fehlen. Die autographen Stimmen der ersten Fassung von KV 365 weisen explizit die Violone aus; dies legt nahe, daß keine Celli zu beteiligen sind. Dem Höreindruck nach sind sie hier jedoch dabei, auch wenn sie sich kaum hörbar in den von der Tiefe dominierten Baßklang einbetten. In der hier dankenswerterweise ebenfalls eingespielten zweiten Fassung, die vermutlich von Mozart selbst stammt und Klarinetten, Pauken und Trompeten beigibt, sind die Celli aufgrund der vergrößerten Bläserbesetzung jedoch sinnvoll. Dies ist meine einzige kritische Anmerkung zu dieser ansonsten vorbildlichen Produktion. Die drei Solisten sind versierte Könner auf dem Pianoforte; das mit alten Instrumenten bzw. Nachbauten besetzte Orchester blickt auf nun schon fast 25 Jahre Spielerfahrung zurück, mit größter Selbstverständlichkeit wird historisch informiert musiziert. Vor allem jedoch bleibt das Musizieren den seelischen Dimensionen wie auch dem köstlichen Humor von Mozarts Musik nichts schuldig: Wie herrlich schwingt und atmet etwa das lyrische Herz der Aufnahme, das innige Adagio des Lodron-Konzertes (Tr. 5)! Dank der exzellenten Tontechnik kommen schon im Zwei-Kanal-Modus die Dialoge zwischen den zwei Klavieren in KV 365 ebenso vorzüglich zur Geltung wie die Taschenspielertricks der auch für Mozart außergewöhnlichen drei Klaviere in KV 242. Im Surround-Modus ist diese Einspielung jedoch geradezu bestürzend! Manfred Huss, Ronald Brautigam, Alexej Lubimov und der Haydn Sinfonietta Wien ist hier einer der wichtigsten Beiträge zur Mozart-Diskographie der letzten Jahre gelungen, die Einspielung beider Fassungen von KV 365 erhöht noch den Repertoirewert.

Dr. Benjamin G. Cohrs [25.01.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.A. Mozart Konzert Nr. 10 Es-Dur KV 365 für 2 Klaviere und Orchester 00:23:14
4 Konzert Nr. 7 F-Dur KV 242 für 3 Klaviere und Orchester ("Lodron") 00:20:49
7 Konzert Nr. 10 Es-Dur KV 365 für 2 Klaviere und Orchester 00:23:46

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alexei Lubimov Klavier
Ronald Brautigam Klavier
Haydn Sinfonietta Wien Orchester
Manfred Huss Klavier, Leitung
 
1618;7318599916187

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