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CD-Besprechung

Franz Lehár: Das Land des Lächelns

cpo 2 CD 777 303-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 16.10.07

cpo 777 303-2

2 CD • 2h 34min • 2006

Franz Lehár und Giacomo Puccini waren so gut befreundet, wie Kollegen befreundet sein können. Jeder bewunderte die Arbeit des anderen. Puccini hätte gerne eine Operette komponiert wie Lehár, mit La Rondine ist es ihm aber nur zur Hälfte gelungen. Lehárs Ehrgeiz ging immer schon zur großen Oper. Und während der Freund an der China-Oper Turandot arbeitete, die seine letzte (und unvollendete) bleiben sollte, nahm er all sein Können und seine Kraft für ein eigenes China-Projekt (Die gelbe Jacke, 1923) zusammen, das in der erfolgreichen Zweitfassung als Land des Lächelns (1929) die Gattungsbezeichnung „Romantische Operette” trägt. Ziel der vorliegenden Münchner Rundfunkproduktion scheint es gewesen zu sein, dieses Werk als eine alternative Turandot anzubieten. Der Dirigent Ulf Schirmer widmet sich der Musik mit einem Ernst und einer Sorgfalt in den orchestralen Details, wie sie einem Meisterwerk gebührt. Der Erfolg ist jedoch unverhofft, denn gerade dadurch erkennt man diese populäre Operette als das, was sie eigentlich ist: als eine verunglückte Oper voller abgeschmackter Klischees und triefend von Gefühlskitsch. Durch die pathetische Dialogregie wird die Sache nicht besser. Zu Recht beklagt man, dass es heute genau so wenig gute Operettensänger gibt wie Stimmen für Wagner und Verdi. In München hatte man zumindest mit dem Tenor erhebliches Glück. Der Pole Piotr Beczala kann es als Sou-Chong an Schmelz und betörender Kraft mit den besten Rollenvorgängern aufnehmen. Sein sicherer musikalischer Geschmack bewahrt ihn zudem vor dem Abgleiten in Sentimentalität. Auch der Tenorbuffo Alexander Kaimbacher (Gustl von Pottenstein) erscheint hier völlig am rechten Platz. Das kann man von der Diva Camilla Nylund (Lisa) nicht behaupten, die zu dramatischen Rollen zu drängen scheint und musikalisch wie im Dialog ständig neben dem richtigen Tonfall liegt. Auch Julia Bauer, die als Sou-Chongs Schwester Mi das Soubretten-Klischee unterläuft, scheint sich auf fremdem Terrain zu bewegen, allerdings mit erfreulicheren klanglichen Ergebnissen.

Ekkehard Pluta [16.10.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Lehár Das Land des Lächelns

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Camilla Nylund Fräulein Lisa, Tochter des Grafen Ferdinand von Lichtenfels
Julia Bauer Mi, Schwester von Sou-Chong - Sopran
Piotr Beczala Prinz Sou-Chong - Tenor
Alexander Kaimbacher Graf Gustav Pottenstein - Tenor
Alfred Berg Graf Ferdinand Lichtenfels - Baß, Tschang, Sou-Chongs Onkel - Bariton
Chor des Bayerischen Rundfunks Chor
Theodor Weimer Ein Diener - Tenor
Münchner Rundfunkorchester Orchester
Ulf Schirmer Dirigent
 
777 303-2;0761203730322

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