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CD-Besprechung

Brahms und seine Zeitgenossen Vol. 1

Brahms und seine Zeitgenossen Vol. 1

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 27.07.07

Klassik Heute
Empfehlung

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SWRmusic 93.206

1 CD • 74min • 2006

Ab und zu frage ich mich, ob es überhaupt noch möglich sei, irgendwelche Aufnahmen mit schlichtem Behagen, mit zumindest geistig ausgestreckten Beinen zu hören – vor allem, wenn sie einem zum Zwecke der Rezension vorgelegt werden. Sich über nichts Gedanken machen, über nichts ärgern müssen, weil das, was da klingt, ganz direkt zu einem spricht. Weil man merkt, daß keine Mätzchen, Macken oder Manieren kultiviert werden, sondern die Interpreten sich als das verstehen, was sie eigentlich immer sein sollten: Vermittler, die trotz allen spürbaren Engagements beiseite treten und den bzw. die Schöpfer der Werke durchlassen ...

Es gibt solche Momente. Zum Beispiel hier, in der ersten Folge der auf drei CDs angelegten Serie Brahms und seine Zeitgenossen. Die fünf Viertelstunden, in denen Johannes Moser und Paul Rivinius die F-Dur-Sonate von Johannes Brahms, die Sonate Nr. 2 e-Moll von Robert Fuchs und – als ganz besondere Rarität – die Cellosonate von Alexander von Zemlinsky musizieren, haben mich nach und nach einfach aus dem kritischen Trott befördert, ohne daß mich das hinreißende, vorzüglich aufeinander abgestimmte und ungemein nuancierte Spiel der beiden auch nur für Sekundenbruchteile eingelullt hätte. Nein, die Aufmerksamkeit wendet sich nur von den Details aufs Ganze: Ich erlebe plötzlich die zweite Brahms-Sonate in ihrer radikalen Modernität, gerade weil es keiner darauf anlegt, daß ich es soll (so raffinierte Dinge wie die kleinen Cello-Süffisancen im Scherzo etwa geschehen einfach); ich kann Fuchsens sonst immer ein bißchen schwammiger, wenig einprägsamer Lyrik erstaunliche Seiten abgewinnen – und ich finde am Ende, daß ich von Zemlinsky kaum einmal etwas Schöneres als diese lange vergessene Sonate gehört habe.

Ja, und ich hätte gar nichts auszusetzen? Hätte nicht irgendwas Problematisches, Abträgliches, Zweifelhaftes aufgespürt? Hätte nicht wenigstens darüber nachgedacht, warum mir diese Produktion so ausnehmend gut gefallen hat? Ehrliche Antwort: Nein.

Rasmus van Rijn [27.07.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Sonate Nr. 2 F-Dur op. 99 für Violoncello und Klavier 00:27:57
5 R. Fuchs Sonate Nr. 2 Es-Dur op. 83 für Violoncello und Klavier 00:20:01
8 A. Zemlinsky Sonate a-Moll für Violoncello und Klavier 00:26:09

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Johannes Moser Violoncello
Paul Rivinius Klavier
 
93.206;4010276019954

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