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CD-Besprechung

Franz Liszt

Complete Piano Music • 24

Naxos 8.557814

1 CD • 70min • 2005

12.07.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Dem 25 jährigen italienischen Pianisten Giuseppe Andoloro ist wahrhaftig nicht Erfolglosigkeit bei internationalen Wettbewerben nachzusagen. Erste Preise in London („London Competition“), beim Casella-Wettbewerb, in Porto, dazu ein zweiter Preis in Terni („Casagrande“) und schließlich 2005 der wohl entscheidende Glücksfall: Andoloro gewann den Busoni-Wettbewerb in Bozen. Kurz zuvor hatte ich ihn im texanischen Fort Worth im Rahmen des „Van Cliburn“-Wettbewerbs erlebt. Bei dieser Gelegenheit erschien mir sein Landsmann Roberto Plano der interessantere Interpret zu sein. Für Liszts Venezia e Napoli bürgte Plano mit überragend fantasievollem, technisch ungemein versiertem Klavierspiel, während Andoloro die große Harmonies du soir-Etüde eher unauffällig über die gleichsam nächtlichen Arpeggio-Runden brachte. Im Programm hatte der auch als Komponist firmierende, von Vincenzo Balzani und Sergio Fiorentino ausgebildete Pianist auch Liszts selten zu hörendes, immerhin 23 Minuten währendes Großes Konzertsolo. Hier nun auf der Folge 24 der Naxos/Liszt-Gesamtausgabe kann man Andoloro mit diesem sperrigen, für den Konzertgebrauch nur bedingt empfehlenswerten Renommierstück von einst erleben. Er bemüht sich, dieses monumentale Virtuosen-Puzzle zusammen zu halten, ihm Richtung und Plausibilität von Episode zu Episode zu verleihen. Dies gelingt ihm überzeugender als etwa Leslie Howard (Hyperion). Indes, wenn es ums Allerbekannteste geht – wie im Fall des Mephisto-Walzer Nr. 1 –, dann vermisse ich bei Andoloro unmissverständlich eigene Farbgebung und in den extrovertierten, halsbrecherischen Momenten das letzte Quentchen an Risikofreudigkeit. Allerdings werden hier alle vier Mephisto-Walzer geboten – seit Katsaris’ Teldec-Einspielung die geschlossenste Vorführung dieser bissigen, zuweilend bohrend melodisierten Tanz- und Verhaltensstudien im Sinne glänzender bzw. ätzender Teuflichkeit.

In Verbindung mit den beiden Elegien darf man diese Edition jedem Hörer empfehlen, der seine Liszt-Diskothek ergänzen möchte und im Fall des ersten Mephisto-Walzers nicht von Cziffra sozusagen infiziert ist (EMI).

Peter Cossé † [12.07.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Liszt
1Mephisto-Walzer Nr. 1 A-Dur S 514 R 181 00:12:05
2Mephisto-Walzer Nr. 2 S 515 R 182 00:11:12
3Mephisto-Walzer Nr. 3 S 216 R 38 00:09:48
4Mephisto-Walzer Nr. 4 S 696 R 661 (1885) – Allegro vivace 00:02:59
5Première Elégie No. 1 S 196 R 76 – Quasi andante 00:05:45
6Elegy No. 2 S 197 R 77 – Andante 00:05:45
7Großes Konzertsolo S 176 R 18 00:23:08

Interpreten der Einspielung

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