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CD-Besprechung

Astor Piazzolla Le Grand Tango

Astor Piazzolla<br />Le Grand Tango

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 12.06.07

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SWRmusic 93.205

1 CD • 61min • 2005

Los Cuatro Estaciones Portenas, die „Vier Jahreszeiten von Buenos Aires“, gehören inzwischen zu den bekanntesten Stücken des Tango-Erneuerers Astor Piazzolla. Ursprünglich für sein Quintett mit Bandonéon, Violine, Klavier, E-Gitarre und Kontrabass gesetzt, begegnen sie uns heute in allen möglichen Versionen von Gitarre solo bis zu vollem Sinfonieorchester. Die vorliegende Bearbeitung für Klaviertrio stammt von dem Cellisten José Bragato, einem langjährigen Mitglied des Orchesters des Teatro Colón und engem Mitarbeiter von Piazzolla. In seiner Version – obendrein so kultiviert und mit Raffinesse dargeboten wie in dieser Einspielung – haftet dem Tango kaum noch etwas von seinen Ursprüngen in den Kneipen des Hafenviertels von Buenos Aires an. Er hat sich zu erlesener Kammermusik gemausert, in seiner Art absolut überzeugend.

Nicht ganz so gelungen sind die übrigen Arrangements der CD. Das wunderbar melancholische Oblivion wird in der ebenfalls von Bragato stammende Trio-Bearbeitung durch allerhand Zutaten um die gerade in seiner Schlichtheit liegende Eindringlichkeit gebracht, was zum Teil auch auf das Konto der Interpreten geht. Die von Osvaldo Calo für Violine und Klavier gesetzten vier Tangos (darunter das berühmte Adios Nonino und Miloga del Angel) werden zu einer prickelnden Demonstration geigerischer Möglichkeiten, die Friedemann Eichhorn effektvoll in Szene setzt. José Gallardo steht ihm dabei an trockener Brillanz und Pointierungskunst nicht nach. Freilich besitzt das Ganze einen sehr „zigeunerischen“ Touch, was den Stücken ein ungewohntes, vom Original deutlich unterschiedenes Gesicht verleiht.

Der Mstislav Rostropowitsch gewidmete Grand Tango für Violoncello und Klavier ist das einzige Werk der CD, das in seiner ursprünglichen Gestalt erscheint. Die großangelegte Komposition verwirklicht wie kaum eine andere in meisterhafter Weise Piazzollas Anliegen, Elemente des Tango mit solchen der klassischen Musik zu verknüpfen. Julius Berger und José Gallardo meistern das überaus anspruchsvolle Stück mit kühler Virtuosität und nicht ohne Manieriertheiten. Von Maria Kliegels leidenschaftlicher Emotionalität sind sie ebenso weit entfernt wie von der unter die Haut gehenden Attacke Eduardo Vassallos, der (entgegen den Angaben im recht oberflächlichen Booklettext) das Werk 1982 in Buenos Aires zur Uraufführung brachte.

Vor allem Freunde gepflegter Kammermusik werden an dieser Veröffentlichung ihre Freude haben, für sie dürfte die in Verbindung mit dem SWR realisierte und klanglich tadellose CD eine willkommene Repertoire-Erweiterung darstellen.

Sixtus König † [12.06.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Piazzolla Las Cuatro Estaciones Porteñas 00:25:38
5 Oblivion 00:04:40
6 Revirado 00:03:27
7 Adiós Nonino (Tango Rapsodia) 00:06:39
8 Milonga del Angel für Klavier (1990) 00:06:43
9 Tango Fracanapa 00:02:38
10 Le Grand tango (arr. Gubaidulina) 00:11:21

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Friedemann Eichhorn Violine
Julius Berger Violoncello
José Gallardo Klavier
 
93.205;4010276019923

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