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CD-Besprechung

I. Strawinsky

Naxos 1 CD 8.557505

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 21.05.07

Naxos 8.557505

1 CD • 69min • 1992-2005

Robert Craft, Strawinskys dirigentisches Alter Ego, galt zwar als der authentischste, aber nicht stets als der „beste“ Strawinsky-Dirigent, allzu cool, sachlich, sicher korrekt, aber manchmal auch ein wenig uninspiriert schien manche seiner Aufnahmen. Die zahlreichen kleineren hier versammelten Werke Strawinskys demonstrieren mozartische Lockerheit und Eleganz und es fällt nicht schwer, sich bei Robert Craft zu entschuldigen und vielleicht noch einmal selbstkritisch in ältere Aufnahmen hineinzuhören. Schon die beginnende dreiminütige Pastorale (1908) fließt in einer zarten und in jeder Phrase bezaubernden Musikalität, und der hingerissene Hörer schwört, Schalmeienklänge niemals so transparent gehört zu haben. Die Geschichte vom Soldaten dann gibt sich leichtfertig hingehaucht wie eine Serenata notturna, fern jedes zölibatären klassizistischen Krampf-Anti-Pathos. Kammermusikalisch-Zeichnerisches dominiert auch in der fast beiläufig wirkenden Interpretation der Liederzyklen Pribaoutki und Berceuses du Chat von 1914 und 1915. Hier und in der 2005 entstandenen Aufnahme von Renard (1916) überzeugen die Sänger nicht hundertprozentig, aber die Gestik und die rhythmische Lebendigkeit und Frische der Musik teilen sich optimal mit. Der überschäumende Esprit der originalen Jazz Band Version des Scherzo à la Russe (1944) entschädigt dann die Hörer, die in Strawinsky nicht in erster Linie einen Vokalkomponisten sehen – was nicht als versteckte Kritik gemeint ist, sondern als Bewunderung für einen immer wieder genialen Umgang Strawinskys mit dem Instrument im Plural (Band, Ensemble) wie im Singular, wie es etwa die elektrisierend vibrierenden Stücke für Klarinette solo bezeugen, karg-wild-wüst und ja auch noch zu Zeiten des ersten Weltkriegs komponiert (1917/18) und in der Tat mit ein paar artistischen Saltos in der Melodieführung, als hätte Picasso Strawinsky die Feder geführt. Das Positivste, was man zu dieser durchweg gelungen Produktion sagen kann ist allerdings die Beobachtung, dass die 20 bis 30 Jahre nach Strawinskys Tod entstandenen Einspielungen eine Lebendigkeit der Interpretationsgeschichte vermitteln und dass die Musik so einfach und selbstverständlich wirkt, als hätte sie nie anders geklungen und als hätte es niemals jenes gewisse klassizistische Überdruck-Moment gegeben, welches vielleicht auch einfach ein demonstratives, aus der Zeit zu verstehendes Moment von „Moderne“ war.

Hans-Christian v. Dadelsen [21.05.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Strawinsky Pastorale op. 5 (1924 - Bearb. für Violine, Oboe, Englischhorn, Klarinette und Fagott)
2 Histoire du Soldat für Klarinette, Violine und Klavier (Suite, 1918/1919)
3 Drei Stücke für Klarinette solo
4 Pour Picasso für Klarinette (1917)
5 Pribaoutki – Scherzlieder für Stimme und Instrumente (1914)
6 Berceuse du Chat (1915)
7 Renard STWV 23 für vier Männerstimmen und Kammerorchester (Burleske Fabel)
8 Two Balmont Songs (1911)
9 Trois poésies de la lyrique japonaise
10 Scherzo à la Russe (Originalversion für Jazzband, 1944)
11 Song of the Volga Boatmen (1917 - Bearb. für Blasinstrumente)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Rolf Schulte Violine
John Feeney Kontrabaß
Frank Morelli Fagott
William Blount Klarinette
Chris Gekker Trompete
Michael Powell Posaune
Charles Neidich Klarinette
Katherine Ciesinski Mezzosopran
Susan Narucki Sopran
Orchestra of St. Luke's Orchester
Philharmonia Orchestra Orchester
Robert Craft Dirigent
 
8.557505;0747313250523

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