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CD-Besprechung

Ludwig van Beethoven
Complete Works for Solo Piano Vol. 3

Ludwig van Beethoven<br />Complete Works for Solo Piano Vol. 3

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 22.01.07

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BIS 1472

1 CD/SACD • 82min • 2004

Ronald Brautigams erste beiden Folgen der Beethoven-Sonaten haben gehörig Eindruck gemacht – das darf ich nicht nur für mich als Hörer und Rezensenten behaupten. Der Hammerflügel lebt unter seinen Händen, erweist sich nicht nur als akustisch-historisches Bindeglied zum sogenannten modernen Konzertflügel. Das von ihm verwendete Instrument, eine Walter & Sohn-Kopie von Paul McNulty aus dem Jahr 2001, blüht und vibriert, ist sorgfältig gestimmt und lässt zum Glück jenen etwas klappernden, säuerlichen Ton jener Geräte vermissen, die rund 200 Jahre da und dort überwintert haben.

Diese dritte Ausgabe steht unter dem Motto „Die Verliebte“. Diese nicht ganz unumstrittene Bezeichnung der Es-Dur-Sonate op. 7 mag man als verkaufspolitischen Impuls hingehen lassen – viel wichtiger aber: Brautigam respektiert das „gleichmäßige, entspannte Schritttempo“ (Roeland Hazendonk) des 6/8-Takts im Kopfsatz, doch er verleiht dem über repetierender Begleitfigur treppenartig aufsteigenden Es-Dur-Akkorden ein Mindestmaß an Bewegung, an Vorwärtsdrang, an werkimmanenter Zukunft. Dies im Gegensatz zur fast schon provokant statischen, womöglich auch ein wenig lustlosen Einspielung Arturo Benedetti Michelangelis. Brautigam schafft hier in den ersten Takten die Grundlage für ein glühendes, in den drei Sonaten op. 10 niemals in den Zeitmaßen und in der Detaildiktion überzogenes, extravagantes Beethoven-Konzept. Nichts von den Überreiztheiten eines Glenn Goulds in den schnellen Sätzen, aber etwa im langsamen Abschnitt der D-Dur-Sonate op. 10,3 dann doch auf dem Fortepiano melodische Wärme, Sehnen und Werben, wie Gould diese Wertigkeiten geradzu selbstvergessen aus seinem alten Steinway gezaubert hat. Ich beziehe mich auf jene „Largo e mesto“-Takte, wenn Beethoven gegen Endes des Satzes gleichsam die Andächtigkeit eines Streichquartettsatzes anspricht.

Mit Brautigam, Schiff und Oppitz sind zur Zeit drei Gesamtaufnahmen im Werden. Alle drei bewegen sich auf das Spätwerk zu. Kein Wettkampf, aber schöne Gelegenheiten, der Meinungsbildung von drei bedeutenden Interpreten beizuwohnen.

Vergleichsaufnahmen:

András Schiff (ECM 4763054 und 476 3100), Oppitz (Hänssler 98.201); Sonate op. 7: Benedetti Michelangeli (DG); Sonaten op. 10: Gould (Sony)

Peter Cossé [22.01.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Klaviersonate Nr. 4 Es-Dur op. 7
2 Klaviersonate Nr. 5 c-Moll op. 10 Nr. 1
3 Klaviersonate Nr. 6 F-Dur op. 10 Nr. 2
4 Klaviersonate Nr. 7 D-Dur op. 10 Nr. 3

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ronald Brautigam Fortepiano
 
1472;7318599914725

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