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CD-Besprechung

M. Theodorakis

Intuition 1 CD INT 3399 2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 18.01.07

Intuition INT 3399 2

1 CD • 59min • 2006

Diese CD hat einen einzigen Schönheitsfehler, und der besteht nicht in der volksnah-derben Packpapier-Optik der Booklet-Seiten und des Labels: Trotz eines gut aufgelegten Orchesters, einem verständnisvoll und einfühlsam agierenden Dirigenten sowie zweier exzellenter Solisten (ent)hält die Scheibe ganz einfach nicht, was uns der Titel verspricht. Denn die beiden „Werke” des Programms sind weder Rhapsodien, wie sie ihr Verfasser nennt, noch gar Konzerte – sondern schlicht Bearbeitungen verschiedener Liedzyklen aus den 80er bzw. 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Schon deshalb stände ihnen die Bezeinung „Suite” weit besser zu Gesichte, und bei näherer Anteilnahme hat man schnell festgestellt, daß es sich tatsächlich um eine Reihung wunderschön arrangierter, zumeist getragen-lyrischer Miniaturen handelt, die weder viel erzählen wollen noch etwa gar klassisch-sinfonische Ambition hegen.

Daran ist an sich nichts verkehrt. Man sollte derlei nur eben unter einem einigermaßen treffenden Etikett verkaufen. Nicht, damit man’s in die richtige Schublade räumen kann, sondern auch im Interesse des Komponisten, der ja nun wahrlich kein Stern zehnter Ordnung am Firmament der Musik ist, hier aber völlig falsche Erwartungen weckt: Wie schwer wiegt es, wenn jemand vom Format und zeitgeschichtlichen Einfluß eines Mikis Theodorakis eine Rhapsodie präsentiert, um uns hinterher mit erlesenen Melodiechen wie mit einer musikalischen Schmusedecke zu umgirren?

Der Verfasser des biographisch-politisch fundierten Einführungstextes hat anscheinend den Konflikt zwischen der Größe des Mannes und dem Zwergenwuchs dieser Musik gespürt. Bei der Darstellung des Cello-Stückes beschränkt er sich auf die dürren Entstehungsfakten und die Auflistung der neun Musen (die übrigens, Herr Kollege, in griechischer, nicht in lateinischer Sprache so heißen, wie sie bei Ihnen stehen). Zur Gitarren-Rhapsodie lesen wir dann immerhin, daß „Theodorakis [...] dem Gitarristen ein gut spielbares Instrumentalwerk offerieren [wollte], in dem die Gitarre von Anfang bis Ende dominiert. Das melodische Material ist hauptsächlich dem Orchester zugewiesen.” Nehmen wir den Worten ihren euphemistischen Anstrich, so treffen wir die Sache genauer: Die Dominanz der Gitarre erweist sich als die ständige Gegenwart unthematischen Figurenwerks, das hin und wieder zwar durch ein bißchen rasgueado aufgelockert, dadurch aber nicht wirklich prickelnd wird. Was nicht, ich sag’s noch einmal, am Solisten liegt. Der reine Klangeindruck ist hinreißend, das musikalische Bemühen aller Beteiligten unverkennbar – und beschert uns immerhin zwei hübsche Hintergrund-Dekorationen.

Rasmus van Rijn [18.01.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Theodorakis Rhapsodie für Violoncello und Orchester
2 Rhapsodie für Gitarre und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Sebastian Hess Violoncello
Franz Halász Gitarre
Nürnberger Symphoniker Orchester
John Carewe Dirigent
 
INT 3399 2;0750447339927

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