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CD-Besprechung

D. Schostakowitsch

DG 1 DVD-Video 00440 073 4170

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 14.12.06

Klassik Heute
Empfehlung

DG 00440 073 4170

1 DVD-Video • 1h 44min • 1985, 1986

Im Repertoire von Leonard Bernstein nahmen Werke von Dimitri Schostakowitsch einen festen Platz ein. Die Fünfte, die er 1959 mit den New Yorker Philharmonikern in Moskau in Anwesenheit des Komponisten aufgeführt hatte, war ein bewährtes Schlachtross seiner Konzertprogramme, seine Einspielung der Leningrader Sinfonie hat ebenso Interpretationsgeschichte geschrieben wie jene der beiden Klavierkonzerte. Doch auch der Sechsten, die zwischen den beiden „Reißern“ Nr. 5 und 7 ein gänzlich unverdientes Mauerblümchen-Dasein fristet, und der ironischen Neunten widmete sich Bernstein bereits während seiner New Yorker Zeit. Hier werden nun Bernsteins Wiener Konzertaufzeichnungen aus der Mitte der 1980er Jahre erstmals auf DVD vorgelegt.

Bei den Wiener Philharmonikern gehörten diese Sinfonien damals kaum zum Standardrepertoire, und so konnte Bernstein seine sehr individuelle Sicht der Werke mit einem hellwachen, spontan reagierenden Orchester in hochemotionalen Aufführungen umsetzen, die wie aus dem Moment geboren scheinen. Der Kopfsatz der Sechsten – hier einmal wirklich als Largo zelebriert – wird zu einem ergreifenden Monolog, zu dem das flinke Scherzo und das Kirmes-Finale in umso schärferem Kontrast stehen. Die Neunte hat Witz, Brillanz und eine unwiderstehliche Energie, die das Werk zielsicher dem effektvollen Schluss entgegentreibt.

Die Kameraführung (Regie Humphrey Burton) enthält sich aller Extravaganzen und zeigt dankenswerter Weise viel von Bernsteins suggestiver Gestik und Mimik. Dass der Maestro hier die Partitur benutzte (und bei der Sechsten gar die Brille aufsetzte) erscheint ungewohnt, tut aber seiner gestalterischen Souveränität und seinem dirigentischen Ausdrucksreichtum keinen Abbruch. Auch klanglich (Aufnahmeleitung John McClure) überzeugen die Live-Mitschnitte voll und ganz. Bernsteins ebenso informative wie unterhaltsame Werkeinführungen, die den Fernsehsendungen jeweils vorangestellt waren, sind im Anhang als Bonus beigegeben (englisch mit deutschen Untertiteln). So ist diese Veröffentlichung weit mehr als die Erfüllung einer Ehrenpflicht im Schostakowitsch-Jahr: ein wichtiger Mosaikstein im Nachlass des großen Dirigenten, ein nachdrücklicher Hinweis auf ein zu Unrecht vernachlässigtes Werk und ein musikalisch wie optisch fesselndes Erlebnis.

Sixtus König † [14.12.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Schostakowitsch Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 54
2 Sinfonie Nr. 9 Es-Dur op. 70

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Wiener Philharmoniker Orchester
Leonard Bernstein Dirigent
Humphrey Burton Regie
 
00440 073 4170;0044007341704

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