Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

A. Ljadow • J. Suk

cpo 1 CD 777 174-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 21.06.06

Klassik Heute
Empfehlung

cpo 777 174-2

1 CD • 59min • 2004

Das Jahr der Uraufführung – 1909 – verbindet die beiden so gegensätzlichen Kompositionen auf dieser CD. Die Tondichtung Ein Sommermärchen des Tschechen Josef Suk ist der zweite Teil einer großangelegten autobiografischen Tetralogie, die in der sinfonischen Literatur ihresgleichen sucht. Der Tod seines Lehrers Antonin Dvorák sowie seiner Frau Otylka, der Tochter Dvoráks, war ein schwerer Schicksalsschlag, den Suk durch die Komposition seiner Asrael-Sinfonie zu bewältigen suchte. Das Sommermärchen beginnt, wo jene endet, und schildert den Weg aus Hoffnungslosigkeit und Vereinsamung zurück ins Leben. Doch der Todesengel wirft seine Schatten auch über dieses Werk, das sich keinesfalls so naiv-fröhlich gibt, wie sein Titel vielleicht vermuten lässt.

Der erste Satz lauscht den „Stimmen des Lebens und des Trostes“ in der Natur, „Mittag“ lässt das Land unter glühender Hitze erstarren, „Blinde Spielleute“ intonieren eine wehmütige Melodie für zwei von Harfe und Streichern begleitete Englischhörner, „In der Macht der Trugbilder“ befindet man sich im gespenstischen Scherzo und erst die „Nacht“ bringt mit Reminiszenzen aus den früheren Sätzen und einer delikat instrumentierten Coda inneren Frieden und neue Hoffnung. In der fünfzigminütigen Ausdehnung wie in der philosophischen Problemstellung steht das Werk in der Nähe Gustav Mahlers, auch wenn Suk stilistisch einen völlig anderen Weg beschritt. Mahler beabsichtigte das Sommermärchen aufzuführen, starb aber vor Verwirklichung des Projekts, das dem Werk Suks vermutlich zu einer weitaus größeren Verbreitung verholfen hätte, als es sie – sehr zu Unrecht – heute genießt.

Um eine gänzlich andere Art von Märchen handelt es sich bei Anatolij Liadovs Verzaubertem See. Die wie alle Orchesterstücke des Russen äußerst knapp gehaltene Komposition gibt ein geradezu impressionistisches Bild einer märchenhaften Natur, geheimnisvoll und unnahbar, unberührt von menschlichen Emotionen.

Das Orchester der Komischen Oper Berlin zeigt sich den hohen Ansprüchen beider Partituren uneingeschränkt gewachsen. Kirill Petrenkos klare Klangregie durchleuchtet Suks komplexe Tonwelt und lässt sie ebenso spannungsvoll wie bildhaft erscheinen. Aufnahmetechnisch sehr gelungen und mit einem informativen, dabei nicht zu weitschweifigen Booklettext ausgestattet, stellt die Einspielung ein starkes Plädoyer für zwei wundervolle, hierzulande viel zu wenig bekannte Orchesterwerke dar.

Sixtus König † [21.06.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Suk Ein Sommermärchen op. 29 (Sinfonische Dichtung, 1907/1909)
2 A. Ljadow Der verzauberte See Des-Dur op. 62 (Sinfonische Dichtung, 1909)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Orchester der Komischen Oper Berlin Orchester
Kirill Petrenko Dirigent
 
777 174-2;0761203717422

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Entschleunigte Feinfühligkeit, forsche Damenpranke

Edition Stefan Askenase

Noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts konzertierte der aus dem galizischen Lemberg stammende Pianist Stefan Askenase reglemäßig in den europäischen Konzertsälen. Das ältere Publikum hatte den Chopin-Interpreten gleichsam abonniert, bei den Jüngeren und im abgehobenen Kreis des deutschsprachigen Kritikernachwuchses galt der zierliche belgisch-polnische Theodor Pollak- und Emil von Sauer Schüler als Vertreter einer konservativen Handhabe, als ein leibhaftiges Fossil vergangener Chopin-Stilistik.

→ weiter...

Referenz-Aufnahmen

aus dem Themenbereich
Musik der Renaissance

cpo 1 CD 777 182-2
cpo 1 CD 777 590-2
Sony Classical 1 CD SK 60760
Antico / Moderno
Ricercar 1 CD RIC 204

Neue CD-Veröffentlichungen

Richard Heuberger
A Lute by Sictus Rauwolf
Visions
Christoph Graupner

CD der Woche

Kenneth Hamilton plays Ronald Stevenson, Volume 1

Kenneth Hamilton plays Ronald Stevenson, Volume 1

Aus dunkler Tiefe steigen schwärzeste Bass-Töne auf, formen eine Tonskala und vereinigen sich mit einer weiteren Stimme zur strengen Fuge. Die ewige ...

Heute im Label-Fokus

Ambiente

Mischa Meyer, Violoncello
Hugo Distler
Naji Hakim<br />Orgelwerke / Organ Works
Anton Heiller

→ Infos und Highlights

Thema Klavier Solo

Nima Farahmand Bafi
The Koroliov Series Vol. XVIII
Jan Gerdes
Berlin Classics 1 CD 0017862BC
OehmsClassics 2 CD 357
cpo 1 CD 777 478-2

 

Weitere 52 Themen

Klassik Heute Zahl des Tages

Bei Klassik Heute finden Sie

0

Festivals

→ mehr Zahlen und Infos

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc