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CD-Besprechung

Fuga Libera FUG514

1 CD • 75min • 1994

19.06.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„Das instrumentale Genre der Triosonate ist historisch gesehen in der Barockzeit beheimatet, gerade so wie das Streichquartett in die Periode der Klassik gehört.“ So beginnt Jaap Schröders Begleittext im Booklet zu dieser CD. Der Vergleich mit dem Streichquartett, der Königsdisziplin in der Kammermusik seit der Wiener Klassik, ehrt die barocke Triosonate nach Verdienst und wirft die Ehre auf den Schreiber zurück, der hier eine Gleichung aufstellt, die sich beim Anhören seiner Interpretationen unmittelbar erschließt. Goethe verglich das Streichquartett mit einer Unterhaltung vierer vernünftiger Personen und zielte so auf das aus der Vergangenheit ererbte Prinzip der polyphonen Gleichrangigkeit der Stimmen, deren musikalisches Geflecht nach den Regeln des Kontrapunkts gewoben ist. Haydn, der mit Recht die Urheberrechte an der Gattung Streichquartett für sich in Anspruch nehmen kann, wusste genau, was er tat, als er ein vierstimmiges Ensemble die Erbschaft der Sonata a tre antreten ließ: Nur mit einer vierstimmigen Organisation des musikalischen Materials konnte man würdig die große Tradition von Instrumentalstücken für zwei Solostimmen mit dem basso continuo weiterführen.

Die Königsdisziplin der barocken Kammermusik also stellt Jaap Schröder mit dem Arcadia Players Trio vor und wählt zum Gefährten von Henry Purcell (1659-1695), des Orpheus Britannicus, der ein kammermusikalisches Schaffen ohne gleichen hinterlassen hat, nicht den nur sechs Jahre älteren Arcangelo Corelli, dessen Triosonatenschaffen zu recht den größten Leistungen der Musikgeschichte zugerechnet wird. Giovanni Maria Bononcini (1642-1678) aus Modena darf gemeinsam mit Purcell dieses Programm bestreiten. Die in Modena regierende Famile d’Este verband sich durch Heirat 1673 mit dem künftigen König Jakob II.; so gelangte Bononcinis Musik auch auf die britische Insel und über umtriebige Musikverleger in die Hände dortiger Musikliebhaber.

Zwölf Jahre ist diese Aufnahme jetzt alt, doch hat sie nichts von ihrer Frische und Intimität verloren, ebenso wenig lässt das ausbalancierte Klangbild Assoziationen an „gestrigen Standard“ zu. Zwei überragende Komponisten ihrer Zeit, die beide – mit 36 beziehungsweise 46 Jahren gestorben – einen auch für ihre Epoche frühen Tod erlitten, erhalten mit dieser CD ein Monument ihres Angedenkens, das ihr lebendiges Genie über Jahrhunderte hinweg auch zu heutigen Hörern sprechen lässt.

Detmar Huchting [19.06.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Giovanni Battista Bononcini
1Triosonate C-Dur op. 1 Nr. 4
Henry Purcell
2Triosonate Nr. 9 c-Moll
Giovanni Battista Bononcini
3Triosonate d-Moll op. 1 Nr. 6
4Triosonate F-Dur op. 1 Nr. 5
Henry Purcell
5Triosonate Nr. 1 g-Moll
6Triosonate Nr. 2 H-Dur
Giovanni Battista Bononcini
7Balletto g-Moll op. 2 Nr. 11
8Triosonate g-Moll op. 1 Nr. 8
9Triosonate F-Dur op. 3 Nr. 17
Henry Purcell
10Triosonate Nr. 6 C-Dur
Giovanni Battista Bononcini
11Triosonate a-Moll op. 9 Nr. 1
12Triosonate C-Dur op. 9 Nr. 3
13Triosonate c-Moll op. 9 Nr. 5
14Corrente c-Moll op. 9 Nr. 9
Henry Purcell
15Triosonate Nr. 11 f-Moll
16Triosonate Nr. 12 D-Dur

Interpreten der Einspielung

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