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CD-Besprechung

Bach

Daniel Hope

Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 08.12.06

Warner Classics 2564 62545-2

1 CD • 64min • 2005

Am Ende des vorigen Jahrtausends hätte eine Aufnahme wie diese gewiß noch den ein oder anderen Infekt ausgelöst – vergleichbar den Exzentrizitäten, mit denen Nigel Kennedy die Violinliteratur namentlich des Barock gegen den Strich zu bürsten pflegte. Inzwischen aber scheint sich herumzusprechen, daß sich der Geigenbogen nicht ins Unendliche überspannen läßt und daß die Idiotien einer immer hysterischeren Zeit nur mit einer Um- und Rückkehr zu den einfacheren Genüssen beantwortet werden können. Und da wirkt Daniel Hope mit seinem Bach-Konzept denn doch schon wieder antiquiert. Die beiden Solokonzerte, das Doppelkonzert und das fünfte Brandenburgische zu koppeln, ist an sich eine feine, naheliegende und überdies verbraucherfreundliche Idee; sie aber derart wild zu überzeichnen, daß man sich bei fast jedem Allegro in eine Jam-Session versetzt fühlt, indessen die gesamte Lyrik der langsamen Mittelsätze zwar eindeutig vorhanden ist, ebenso eindeutig aber von außen her kommt und demzufolge nicht wirklich berührt – das schreckt wohl selbst einen Hörer, der für Eskapaden einiges übrig hat.

Wie ist nun eine solche extreme Sicht zu bewerten, in der fast jede Aufwärtsfigur des Solisten zu einem nervösen Glissando gerät und das Orchester vor lauter Bewegungstrieb kaum mal die Füße stillhalten kann? Schwer zu sagen. Der Klang ist gut, die spieltechnischen Leistungen an sich sind brillant, und die Note für die Kühnheit der Interpretation wäre gewiß auch nicht schlecht: Doch nach so vielen Jahren, in denen man der Ansicht war, Bach sei nicht kaputt zu kriegen, scheint das Unmögliche hier vollbracht zu sein – eigenartigerweise in einem denkbar derben Kontrast zu dem biederen Einführungstext ...

Nun ja, wer so subjektiv mit Johann Sebastian Bach umgeht, der muß auch ein ganz subjektives Urteil hinnehmen, und das fällt nicht gerade beschwingt aus.

Rasmus van Rijn [08.12.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Konzert a-Moll BWV 1041 für Violine und Orchester
2 Konzert d-Moll BWV 1043 für 2 Violinen und Orchester
3 Konzert Nr. 1 E-Dur BWV 1042 für Violine und Orchester
4 Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Daniel Hope Violine
Marieke Blankestijn Violine
Jaime Martín Flöte
Kristian Bezuidenhout Cembalo, Orgel
Chamber Orchestra of Europe Orchester
 
2564 62545-2;0825646254521

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