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CD-Besprechung

OehmsClassics OC 523

1 CD • 78min • 2005

16.11.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Stanislaw Skrowaczewski, der mittlerweile dreiundachtzigjährige Erste Gastdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, hat seine Mannschaft hervorragend im Griff. Mit seltener Präzision jagt das berühmte Vierton-Motiv durch die verschiedenen Stimmen, wie ein Uhrwerk schnurrt der Kopfsatz von Beethovens Fünfter ab, fast zu glatt und reibungslos, um das volle Ausmaß der Kraft zu enthüllen, die hinter diesem Satz steht. Dafür sind Skrowaczewskis Attacken scharf und das Orchester bleibt ihm nichts schuldig. Die Tempi weichen nur wenig von denen Simon Rattles ab, doch wo sich dieser hier und da ein leichtes Nachgeben erlaubt, mag sich Skrowaczewski nicht aufhalten, und wo bei Rattle ein Rest von geheimnisvollem Chiaroscuro bleibt, herrscht bei Skrowaczewski unerbittliche Helle. Ein nüchterner, geradliniger, deutlicher Beethoven, im Orchester sauber und klanglich ausgewogen. Natürlich ist es auch ein traditioneller Beethoven, der die Oboe losgelöst vom Zusammenhang gefühlvoll schwelgen und das moderne Horn ungeniert dröhnen lässt, auch wo seine Funktion der des Fagottes in der Reprise entspricht. Wir haben auch das Thema des Andante con moto schon subtiler phrasiert gehört und die Tempounterschiede im Scherzo sind aus der Partitur kaum zu rechtfertigen, doch das Finale sträubt sich nicht gegen den direkten Zugriff und gelingt brillant.

Die Pastorale wird bei Skrowaczewski jeder beschaulichen Idylle entkleidet. Hier erwachen nicht allmählich heitere Empfindungen, hier springen wir mitten hinein ins gesunde Landleben. Wie in der Fünften herrscht auch hier bei Skrowaczewski durchgehend ein straffer Vorwärtsdrang, der dem Poetischen wenig Raum lässt. Die „Szene am Bach“ lädt nicht zum Träumen ein, sondern legt kompositorische Strukturen offen, erst in der Vogelkadenz lockert sich der Griff und erlaubt ein betörendes Ausmusizieren. Der finale Dankgesang nach dem drastischen Gewitter hat nichts Weihevolles sondern wirkt eher volkstümlich.

So startet dieser neue Beethovenzyklus auf hohem Niveau. Er lässt uns – gottlob – die Werke nicht mit völlig neuen Ohren hören, kann aber in seiner holzschnittartigen Klarheit durchaus einen eigenständigen Platz im großen Feld der Konkurrenz beanspruchen.

Sixtus König † [16.11.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67
2Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 für Orchester (Pastorale)

Interpreten der Einspielung

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