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CD-Besprechung

Berlin Classics 0017972BC

1 CD • 69min • 2000

07.09.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Es ist erfreulich, wenn die Musikwelt in den letzten 20 Jahren begriffen hat, daß an der Musik von Dmitrij Schostakowitsch durchaus etwas gut zu machen war. Andererseits nimmt damit die Fülle durchschnittlicher Einspielungen zu, unter die ich auch diesen bearbeiteten Live-Mitschnitt aus dem Jahr 2000 (Congresshalle Saarbrücken) einordne. Das Saarbrückener Orchester spielt tadellos, der Saarländische Rundfunk hat einen Rundfunk-Mitschnitt herkömmlicher Qualität vorgelegt. In Bezug auf die Verpackung ist das Digi-Pack ansprechender als ein Jewel-Case; das Booklet wartet mit einem detaillierten Text auf. Doch der musikalische Eindruck bleibt seltsam fad. Die Aufführung läuft über weite Strecken wie am Schnürchen. Die dicht mikrophonierte wurde dem Höreindruck nach zu urteilen nachträglich verhallt; Balance und Dynamik wirken unnatürlich. Besonders in dem großen, an Ravels Bolero erinnernden Steigerungszug erreicht der Pegel viel zu rasch seine Grenzen, auch wenn das Orchester meinem Eindruck nach nicht zu früh zu laut war – so kann die Technik einem Dirigenten nachträglich einen Strich durch die Rechnung machen. Das Blech dröhnt oft gewaltig, und in den Tutti klingt die Aufnahme mitunter fast topfig (vergl. z. B. Tr. 1, ab ca 14’02). Am meisten Atmosphäre haben und am natürlichsten klingen jene Passagen, in denen die Streicher überwiegend allein agieren. Häßlich ist, für sich genommen, der Anschnitt des attacca musizierten Finales (Tr. 4). Günther Herbig geht im Übrigen den oft allzu monumental genommenen Koloß mit frischen Tempi an, ohne den Blick auf schön musizierte Details zu verlieren. Insgesamt ist die Aufführung sehr klug auf das atmosphärisch dichte Finale hin angelegt. Interessant geriet das sehr charakteristisch ausgelotete Intermezzo (Tr. 2) mit differenziertem Streicherspiel. Wirklich packend ist jedoch nach den allzu routiniert ablaufenden ersten drei Sätzen allein das Finale, zumal Orchester und Dirigent ausnahmsweise nicht, wie oft im Konzert zu erleben, die Puste ausgeht.

Dr. Benjamin G. Cohrs [07.09.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Dimitri Schostakowitsch
1Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60 (Leningrader)

Interpreten der Einspielung

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