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CD-Besprechung

J.S. Bach
Orgelwerke Vol. 17

J.S. Bach<br />Orgelwerke Vol. 17

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 20.03.06

cpo 777 153-2

1 CD • 66min • 2004

„Originalfassungen“ hätte als Titel dieser Produktion sicherlich deutlich attraktiver geklungen als „Frühversionen und Alternativen“; sachlich wäre diese Überschrift genau so richtig gewesen, und die Platte hätte weniger den Anschein eines eher etwas ephemeren Anhangs erweckt. Gerald Weinberger, der bei der Firma cpo seine Gesamtschau des Bach´schen Orgelwerkes schon sehr weit getrieben hat, hat aus dem Bestand von Stücken, die in mehreren Fassungen vorliegen, eine „subjektive Auswahl“ getroffen, kenntnisreich kommentiert und auf zwei historischen Orgeln (Johann Georg Schröter, Wandersleben/Thüringen 1724 bzw. Franciscus Volckland, Mühlberg/Thüringen 1729/1823), eingespielt. Es handelt sich also um frühe Orgelmusik Johann Sebastians zum Teil noch aus den Jahren vor 1705, die oft nur in fremden Abschriften erhalten sind und von den späteren bekannten Versionen mehr oder weniger stark abweichen.

Die Abweichungen betreffen zum Teil nur wenige unterschiedliche Lesarten (BWV 533a), zum Teil jedoch auch tiefergreifende spätere Revisionen und Verbesserungen von Stücken, die hier in ihrer gleichsam unbehauenen Ur-Fassung vorliegen (BWV 535a). Einige der Stücke lagen zunächst auch in mehrsätzigen Versionen vor wie das Werkpaar BWV 541, das ursprünglich noch ein Trio enthielt. In keinem der Fälle jedoch handelt es sich um Werke, die, was der Titel eventuell suggerieren könnte, in irgendeiner Weise bloß unfertig erhalten sind. Der Hörer müßte sich also die Mühe machen, en detail zu verfolgen, was sich innerhalb der Filiationen der Versionen jeweils änderte, dabei jedoch weitere Aufnahmen oder gar die Notentexte heranziehen; für ein solches etwaiges Kunden-Interesse wäre es hilfreich gewesen, die betreffenden Alternativen direkt auf dieser CD zu versammeln.

So jedoch kann man quasi ein normales Orgel-Rezital verfolgen; wobei die Aufnahme selbst, wenngleich sie auch sehr gut kommentiert ist, keinen wissenschaftlichen Bonus nötig hat, da Weinberger die Stücke sachlich, jedoch rhythmisch kraftvoll und in transparenten Registrierungen vorstellt. Im Vergleich zu den stellenweise vor Verzierungen überbordenden Interpretationen Ton Koopmans geht Weinberger generell ungleich schlichter vor. Er setzt weniger auf virtuose Zurschaustellung, als vielmehr auf lebendige Phrasierung, was ein Vergleich mit Edgar Krapps Version von Präludium und Fuge c-moll BWV 546 zeigt. In seinem Porträt der Orgel der Frankfurter Paulskirche von 1991 (Calig 50 908) phrasierte Krapp fast ausschließlich in einem gesanglichen, jedoch sehr eindimensionalen Dauer-Legato, während Weinberger in seiner späteren Version ein sehr plastisches Relief entwirft. Diese „Alternativen“ sind sehr gelungen.

Dr. Michael B. Weiß [20.03.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Präludium und Fuge G-Dur BWV 541
2 Triosonate Nr. 4 e-Moll BWV 528
3 Präludium und Fuge e-Moll BWV 533
4 Präludium und Fuge g-Moll BWV 535a
5 Fantasie und Fuge (Fragment) c-Moll BWV 562
6 Präludium und Fuge c-Moll BWV 546
7 Präludium und Fuge C-Dur BWV 545
8 Triosonate Nr. 5 C-Dur BWV 529
9 An Wasserflüssen Babylon BWV 653b
10 Präludium und Fuge D-Dur BWV 532
11 Präludium, Trio und Fuge B-Dur BWV 545b

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gerhard Weinberger Orgel
 
777 153-2;0761203715329

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