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CD-Besprechung

C. Debussy

Talent 2 CD DOM 3810 04/05

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 18.11.05

Klassik Heute
Empfehlung

Talent DOM 3810 04/05

2 CD • 81min • 2004, 2005

Kaum ein anderer Komponist übt auf Instrumentatoren eine so magische Anziehungskraft aus wie Claude Debussy. Obgleich er selbst ein Meister der Orchesterbehandlung und auch auf diesem Gebiet richtungweisend für die Moderne war, macht Klaviermusik den größten Anteil seines Schaffens aus. Doch seine imaginationsreichen Tongebilde suggerieren Klangfarben (manchmal sogar in der Vortragsbezeichnung spezifiziert), die weit über die Möglichkeiten des Klaviers hinausgehen. Debussy überließ die Orchestrierung seiner Werke nicht selten Kollegen wie André Caplet, Henri Büsser, Bernardino Molinari oder Charles Koechlin, und in der Folge nahmen sich Musiker wie Percy Grainger oder Leopold Stokowski einzelner Stücke an. Vollends seit Ablauf der urheberrechtlichen Schutzfrist nimmt die Zahl der Instrumentierungen von Liedern und Klaviermusik stetig zu.

Nun hat sich der 1959 geborene belgische Komponist Luc Brewaeys einen lang gehegten Traum erfüllt und im Auftrag der Königlich Flämischen Philharmonie erstmals eine vollständige Orchesterfassung beider Bände der Préludes erstellt. Der Titel „Rekomposition“ ist dabei insofern irreführend, als Breawaeys nicht eine Note an Debussys Vorlage geändert oder ergänzt hat. Sogar der Versuchung, an lauten Stellen die Klangwirkung durch Oktavierung zu verstärken, hat er widerstanden und sich damit strenger als all seine Vorgänger an Debussys Text gehalten. Das Ergebnis präsentiert sich wie ein originäres Orchesterwerk von unerhörtem Reichtum an Farben und spezifischen Klangkombinationen, ein würdiges Pendant zur Klavierfassung und immer im Geiste Debussys.

Auch für typisch klavieristische Texturen ist es Brewaeys gelungen, natürliche orchestrale Entsprechungen zu finden, so dass sich nie der Eindruck einer „Bearbeitung“ einstellt. Die Instrumentierung vernebelt nichts, lässt die Strukturen klar hervortreten und wahrt den Charakter jedes einzelnen Satzes. Sicher lassen sich hier und da auch andere Lösungen denken, und vielleicht wird man bei La cathédrale engloutie die grandiose Version Stokowskis bevorzugen. Dies schmälert jedoch nicht die außerordentliche Leistung von Brewaeys, die allein schon wegen ihres respektvollen Umgangs mit dem Original allerhöchste Bewunderung verdient. Sie lässt den achtzigminütigen Zyklus von zweimal zwölf Stücken mit seinem ganzen Kosmos von Bildern und Emotionen zu einem faszinierend abwechslungsreichen und dabei doch geschlossenen Erlebnis werden.

Sicher ist mit der vorliegenden Einspielung das Potential der Partitur noch lange nicht ausgeschöpft, so dass noch Spielraum für andere Wiedergaben besteht, zu denen man Dirigenten und Orchester ermuntern möchte. Immerhin liegt die Meßlatte hoch: Das sehr motiviert wirkende Königlich Flämische Orchester unter seinem aus Mailand stammenden Chefdirigenten Daniele Callegari setzt Brewaeys Intentionen sorgfältig und gekonnt um und wird den beträchtlichen Anforderungen in hohem Maße gerecht. Diese ausnehmend interessante Katalogneuheit wird alle Freunde farbiger Orchestermusik fesseln. Aber auch für Pianisten und eingefleischte Klaviermusik-Fans kann sie unbekannte Facetten aufdecken und die vertrauten Werke in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen.

Sixtus König † [18.11.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Debussy Préludes (Livre I)
2 Préludes (Livre II)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Royal Flemic Philharmonic Orchester
Daniele Callegari Dirigent
 
DOM 3810 04/05;5413969004050

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