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CD-Besprechung

W.A. Mozart

Serenades

Pan Classics 10179

1 CD • 74min • 2004

24.10.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Die Harmoniemusik war eine höfische, ja eine vom Kaiser favorisierte Kunst, als Mozart seine Wiener Bläserserenaden schuf. Sie genoß ein Heimatrecht im adligen Palais und konnte doch ihre Ursprünge nie ganz verleugnen: Der durchschlagskräftige, weithin hallende Klang der Bläser trug ein Moment des Urwüchsigen in die feinsinnige Sphäre der Salons, ein Nachgefühl von Sommer, Parade und offenem Himmel. Aber die eigentümliche Spannung zwischen Kammer- und Freiluftmusik begründet den besonderen Reiz gerade dieser Aufnahme. Denn das Amphion Bläseroktett (mit einem Kontrabassisten zur Verstärkung) musiziert sozusagen naturnah auf historischen oder originalgetreu rekonstruierten Instrumenten; es spielt mit musikantischem Temperament und begeisternder Spontaneität, beschönigt nichts, betont vielmehr die Eigenarten des Instrumentariums, die schneidenden, schnarrenden, gespitzten und gestopften Töne – unüberhörbare Nebenwirkungen wie Anblas- und Klappengeräusche inklusive.

Das Amphion Oktett beweist seinen interpretatorischen Wagemut aber auch in der Neu- und Umdeutung einer so vertrauten Komposition wie der c-Moll-Serenade. Selten dürfte einem die düstere Beschwörungsformel, mit der das Allegro anhebt, derart erschreckend in die Glieder fahren wie bei dieser dramatisch aufgeheizten Einspielung. Und das Menuetto in canone klingt gar wie ein groteskes Charakterstück mit Hang zum Dämonischen: statt der „Nachtmusik“ ein „Nachtstück“ von hoffmanneskem Zuschnitt. Wenn sich zuletzt doch eine leise Enttäuschung einstellt, so liegt dies nicht an den Musikern, sondern an der Oktettfassung der Gran Partita (reduziert obendrein auf vier Sätze), eine anonyme, nach Mozarts Tod in Wien veröffentlichte Bearbeitung, mit der die CD zu Ende geht. Wie schmerzlich vermißt man die reichere Bläserbesetzung mit Bassetthörnern und Hornquartett, den unvergleichlichen „Sound“ der B-Dur-Serenade: Es geht eben nichts über den Originalklang!

Wolfgang Stähr [24.10.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Serenade No. 11 E flat major KV 375
2 No. 12 c minor KV 384a KV 388 (Serenade)
3Serenade No. 10 B flat major KV 361 KV 370a (Gran Partita)

Interpreten der Einspielung

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