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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32263

1 CD • 75min • 1975, 1982, 2004

24.11.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die Begegnung mit dem Ungarn Zoltán Horusitzky (1903–1958), einem Schüler von Zoltan Kodaly und einer der angesehensten Pianisten, Komponisten und Pädagogen Ungarns, ist sehr anregend. Von besonderem Interesse ist die herbe Kantate für Tenor, Chor und Kammerorchester Észak (Norden) op. 70 von 1981, in der Horusitzky seine Eindrücke von einer Finnland-Reise aufarbeitete – ein Nachtstück, das zum Teil auf finnischen Originaltexten beruht und die gemeinsamen finnisch-ungarischen Wurzeln beleuchtet.

Die hier versammelten Lieder op. 7, 8 und op. 59 machen bekannt mit Vertonungen bedeutender ungarischer Dichter, insbesondere Endre Ady. Dem Komponisten selbst kann man als Klavierbegleiter seines op. 7 begegnen (Tr. 13–15) – drei strenge Gesänge für Baß, die in ihrer Kargheit an die Michelangelo-Sonette von Schostakowitsch erinnern. Die ungemein schwer zu singende, vom Chor Vox Humana aber erstklassig und blitzsauber gebotene Macht der Musik op. 73 für Chor a cappella ist in der besten ungarischen Vokaltradition gesetzt, rhythmisch frei und äußerst kontrastreich in der Harmonik. Es ist ausgesprochen schade, daß solche Werke aufgrund der ungarischen Sprache meist nicht über die Landesgrenzen hinauskommen. So bleiben CD-Produktionen wie diese oft die einzige Möglichkeit, solche Musik kennenzulernen.

Ein wunderschönes Stück ist schließlich die Cellosonate op. 71 (1981), hier glutvoll dargeboten von Ede Banda (Cello) und Erika Lux – Cellisten auf der Suche nach neuem, lohnenden Repertoire seien darauf nachdrücklich aufmerksam gemacht.

Bei den hier zusammengestellten Aufnahmen handelt es sich um Produktionen des ungarischen Rundfunks aus den Jahren 1975 bis 2004 mit durchweg hochkarätigen, engagierten Interpretationen. Die Datumsangaben auf S. 19 des Booklets sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: die Produktion von op. 7 ist mit 2004 angegeben; da war der mitwirkende Komponist schon seit 19 Jahren tot... Das digitale Mastering auch der Analog-Aufnahmen (Kantate; wohl die Lieder op. 7) ist vorzüglich, der Gesamtklang zwar direkt, aber auch plastisch und warm im Timbre. Leider sind die Booklet-Texte nur in Ungarisch und Englisch abgefaßt.

Dr. Benjamin G. Cohrs [24.11.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Zoltán Horusitzky
1Norden op. 70 für Tenor, Chor und Kammerorchester (Kammerkantate)
2Four Songs op. 8
3New Songs op. 59
4The Power of Music op. 73
5Three Songs op. 7
6Sonata for Violoncello and Piano

Interpreten der Einspielung

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