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CD-Besprechung

Sony Classical SMK 93830

1 CD • 66min • 2001

05.05.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Bei Sony ist in jüngster Zeit Bewegung auf dem Klaviermarkt zu beobachten. Die hochbegabte junge Japanerin Yu Kosuge macht diskographisch Karriere, der deutsche Pianist Martin Stadtfeld darf sich mit seinem frühen, von vielen Medien schubsend begleitenden Ruhm auseinandersetzen. Und nun überrascht man mit einer Debüt-Einspielung, die von der nominellen Papierform alles andere als den Marktgesetzen des Sensationellen entspricht.

Die aus St. Petersburg stammende, in den 90er Jahren in Hamburg von Volker Banfield aus- und weitergebildete Viktoria Lakissova habe ich im Rahmen des anspruchsvollen Bremer Klavierwettbewerbs 1997 erlebt. Sie erreichte das Finale - eine strenge Auswahl von drei Preiskandidaten. Damals spielte sie ein herb zugeschnittenes, energisch profiliertes c-Moll-Konzert von Beethoven. Ob sich Lakissova – inzwischen im klavierreichen Lehrkörper der Hochschule Hannover integriert – im internationalen Ringen um erste Konzert- und Tourneeplätze durchsetzen kann, möchte ich mit einem kleinen Fragezeichen versehen, gleichwohl mit allen Glückeswünschen. Die Sony-CD könnte ihr behilflich sein, denn es fehlt der Künstlerin nicht an technischen Fähigkeiten, schwierigste Stücke ohne erkennbare Mühe zu bewältigen. Was ihr fehlt, ist ein Mehr an expressiver Schubkraft, an gestalterischer Eigenduftnote. Die gewählten Prunkstücke von Ravel und Skrjabin ziehen – bald gleitend, bald fliegend – vorüber, sauber intoniert, linienklar freigelegt, aber sie entfalten sich nicht als Echo einer ureigenen, unwiderstehlichen, unaustauschbaren Interpretenmeinung. Alexander Lonquichs ECM-Version des Gaspard de la nuit etwa wäre als vorbildliches Beispiel einer in Klima, Wetterwendigkeit und expressiven Spitzenwerten individuellen Darstellung zu nennen. Es ist bewundernswert, wenn eine Pianistin hochsouverän Klavier spielt, aber es bedarf auch - zumal heute, da der Katalog so prall gefüllt ist – der Botschaft, der ureigenen Mitteilung.

Peter Cossé † [05.05.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Peter Tschaikowsky
1Der Nußknacker (Konzert-Suite - Bearb. für Klavier)
Wolfgang Amadeus Mozart
2Klaviersonate Nr. 18 D-Dur KV 576
Maurice Ravel
3Gaspard de la nuit
Alexander Scriabin
4Klaviersonate Nr. 5 Fis-Dur op. 53

Interpreten der Einspielung

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