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CD-Besprechung

G. Kancheli

ECM 1 CD 4618182

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 14.06.05

ECM 4618182

1 CD • 65min • 2000, 2003

Im Prinzip ist es erfreulich, wenn sich in Zeiten lauer Konjunktur ein CD-Label für die Musik der Gegenwart stark macht und dabei auch recht kompromisslos zu seinen Komponisten steht. Seit Jahren schon pflegt und ediert ECM das Œuvre des georgischen Komponisten Giya Kancheli mit besonderer Sorgfalt. Das interpretatorische Niveau der vorliegenden CD ist recht hoch, man musiziert mit hörbarem Engagement. Im Prinzip erfreulich. Die drei eingespielten Werke jedoch – sämtlich aus den neunziger Jahren – lassen meines Erachtens Spekulationen zu, dass sich das künstlerische Potenzial Kanchelis langsam erschöpfen könnte. Seine Musik bemüht längst abgegriffene Topoi (spät-)sowjetischer Postmoderne und erliegt der Gefahr, in der Pose einer zuweilen recht plumpen, vorhersehbaren Blockhaftigkeit zu erstarren.

Ich erinnere mich noch gut an den Anfang der achtziger Jahre, als ich der ersten Melodiya-LPs mit Kanchelis Sinfonien habhaft werden konnte. Damals eine wirklich neue, individuelle Stimme! Doch (wie im Falle Pärts) wich meine anfängliche Begeisterung nach und nach der Enttäuschung über einen Komponisten, der im Grunde genommen seit Jahren ein und dasselbe Stück schreibt. Wer mit Kanchelis Musik ein wenig vertraut ist, wird daher auf dieser CD kaum Neues entdecken. Die Versatzstücke sind bekannt: zarte Flageolette wie aus der Ferne, stille Melancholie versus dramatisch aufbegehrende Passagen gemeißelter Klavierakkorde. Zuweilen Banal-Naives und Anklänge an Altbekanntes (etwa ein unvermeidliches, bekenntnishaftes B–A–C–H-Zitat). Über die schwache Substanz vermag auch ein vorangestelltes alttestamentarisches Motto bzw. die an georgische Folklore angelehnte Stimme vom Band (in V&V) nicht hinwegzutäuschen. Selbst im georgischen Kontext ist die Stimme vom Tonband nicht wirklich neu: Vor über 30 Jahren bereits nutzte Kanchelis hierzulande wenig bekannter Landsmann Rewas Gabitschwadse diese Möglichkeit in seiner dritten Sinfonie…

Heinz Braun [14.06.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Kancheli Time … and again für Violine und Klavier (1996)
2 V & V (Violine & Voice) für Violine, Streichorchester und Tonband (1995)
3 Piano Quartet

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gidon Kremer Violine
Oleg Maisenberg Klavier
Kremerata Baltica Ensemble
The Bridge Ensemble Ensemble
 
4618182;0028946181829

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