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CD-Besprechung

Alexander Zemlinsky: Eine florentinische Tragödie (Oper in einem Akt)

naïve 1 CD V 4987

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 23.11.04

naïve V 4987

1 CD • 40min • 2004

„Zwei Menschen leben aneinander vorbei. Er versäumt ob seiner Leidenschaft zu seiner Lebenstüchtigkeit die Schönheit, und das Weib sieht sich um ihre Jugend und Schönheit betrogen, wird lieblos und unglücklich und scheinbar voll Haß. Eine furchtbare Katastrophe ist notwendig, um Beide zum Bewußtsein zu bringen. Eine wirkliche Tragödie, weil ein Menschenleben geopfert werden mußte, um zwei andere zu retten.ì So beschreibt Alexander von Zemlinsky den Inhalt seiner einaktigen Oper Eine florentinische Tragödie (UA Stuttgart 1917) auf einen wortwörtlich umgesetzten Text von Oscar Wilde.

Es handelt sich also um eine typische Literaturoper wie bei Salome von Richard Strauss, mit dem Zemlinsky oft ? und meist zu seinen Ungunsten ? verglichen wurde. Zweifellos gibt es Übereinstimmungen in der motivisch-sinfonischen Behandlung des Orchesters. Die Farbenpracht eines Renaissance-Gemäldes fängt der Komponist mit einer reich differenzierten Klangpalette ein: Zu den Streichern kommen dreifaches Holz (plus Baßklarinette), sechs Hörner, vier Trompeten, drei Posaunen, Baßtuba, Harfe, diverses Schlagzeug, Celesta, Glockenspiel und Xylophon. Wenn etwa der Kaufmann den Damast aus Lucca vor dem Prinzen ausbreitet, so findet dieser Vorgang im Orchester seine klangliche Entsprechung.

Allerdings kaum in dem vorliegenden Live-Mitschnitt von Radio France, der bereits fünften Aufnahme der Oper, die es, schon in klangtechnischer Hinsicht, schwer haben wird gegen die Decca-Einspielung (1996) unter Riccardo Chailly, in der Simone und Bianca identisch besetzt sind.

Der Dirigent Armin Jordan hat offenbar Tristan und Isolde im Blick und im Ohr, er zelebriert das Stück in breiten Tempi und fahlen Nachtfarben. Daß man von Wildes Text nicht viel versteht, ist nicht seine Schuld und auch nicht die der Tontechniker. Die Balance zwischen Orchester und Singstimmen ist einwandfrei, aber die sprachliche Artikulation der Sänger läßt zu wünschen übrig. Bei dem Russen Viktor Lutsiuk, der international als Lohengrin und Parsifal gehandelt wird, mag man mildernde Umstände geltend machen, auch wenn seine Verballhornung der deutschen Sprache mitunter schmerzt und sein heller Tenor etwas penetrant klingt. Doch auch Albert Dohmens Aussprache ist mulmig. Mit den dunklen Baßfarben seines Heldenbaritons legt er den Kaufmann als einen italienischen Vetter Hundings an, in der Höhe klingt die Stimme angestrengt und abgesungen. Iris Vermillion kommt als Bianca kaum zu Kräften, was auch an der Partie liegt.

Ekkehard Pluta [23.11.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Zemlinsky Eine florentinische Tragödie (Oper in einem Akt)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Iris Vermillion Bianca - Mezzosopran
Viktor Lutsiuk Guido - Tenor
Albert Dohmen Simone - Baßbariton
Orchestre Philharmonique de Radio France Orchester
Armin Jordan Dirigent
 
V 4987;0822186049877

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