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CD-Besprechung

Marcello Álvarez – The Tenor's Passion

Marcello Álvarez – The Tenor’s Passion

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 14.09.04

Sony Classical SK 92937

1 CD • 56min • 2004

Mit diesem Recital macht Marcelo Álvarez nicht nur das halbe Dutzend Solo-CDs voll, sondern setzt auch ein Signal: Aufbruch in ein neues Repertoire heißt die Devise. Manch einer wird erstaunt fragen: Jetzt schon? Gewiss, die Karriere des argentinischen Tenors ist erst rund ein Jahrzehnt alt, aber da er ein Spätentwickler gewesen ist, zählt er inzwischen doch schon 40 Jahre. Ein Alter, in dem die Frage nach dem Wohin einer Karriere durchaus erlaubt ist. 2006 will Álvarez am Londoner Covent Garden seinen ersten Cavaradossi singen, in Toulouse dann im Jahr darauf seinen ersten Don José. Die Arien beider Partien sind auf dieser CD zu hören. Kein Zweifel, dass sich der Tenor seine sensible Phrasierungskultur bewahrt hat, die subtil eingehaltene musikalische Linienführung, das gefühlvolle Timing und die Natürlichkeit im Ausdruck – keine Spur von Selbstverliebtheit, Affektiertheit oder Manierismen, sein Singen ist ganz in den Dienst der Musik gestellt. Im Studio sind Álvarez auch keine Probleme mit diesen dramatischeren Partien anzuhören, doch lässt sich vor dem Aufnahmemikrofon die Frage nicht beantworten, ob er ihnen auch auf der Bühne gewachsen sein wird, ob er sich auch gegenüber dem kompakten Puccini- oder Giordano-Orchester behaupten und einen Theaterraum füllen kann. Gelegentlich ist in diesem Recital schon zu merken, dass er mit mehr Krafteinsatz, mit mehr Muskelspiel singt, als man es von ihm gewohnt ist. Als Folge davon werden die Extremtöne nicht mehr so beiläufig und leicht erklommen und so schlank genommen wie bisher. Die Phrase zum hohen C in den Puritani (A te, o cara) etwa muss er absetzen, kann sie nicht in die gesamte Passage integrieren. Dennoch vermag Álvarez immer noch mit fein nuancierten Mezzavoce-Tönen zu spielen wie er es in den Arien des Loris (È la solita storia) oder des Mylio (Vainement, ma bien aimée) demonstriert. Bleibt abzuwarten, ob die Entscheidung zum Einstieg ins Spintotenorfach ihm stimmlich bekommt – es ist ein fataler Weg, von dem – hat man ihn erst einmal zu weit beschritten – es kaum noch eine Umkehr gibt.

Kurt Malisch † [14.09.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Puccini Che gelida manina (1. Bild, Rodolfo - aus: La Bohème)
2 Addio fiorito asil (3. Akt: Pinkerton, Sharpless - aus: Madama Butterfly)
3 Recondita armonia (1. Akt: Cavaradossi, Il Sagrestano - aus: Tosca)
4 E lucevan le stelle (aus: )
5 Donna non vidi mai (1. Akt: Des Grieux - aus: Manon Lescaut)
6 Nessun dorma (3. Akt: Arie des Kalaf - aus: Turandot)
7 F. Cilèa Lamento di Federico (aus: L' Arlesiana)
8 U. Giordano Amor ti vieta (aus: Fedora)
9 Come un bel dì di maggio (aus: Andrea Chenier)
10 A. Ponchielli Cielo e mar (aus: La Gioconda)
11 Fr. v. Flotow M'appari tut amor (aus: Martha oder Der Markt zu Richmond)
12 R. Strauss Di rigori armato il seno (1. Aufzug: Sänger - aus: Der Rosenkavalier)
13 V. Bellini A te, o cara! (aus: I Puritani)
14 G. Meyerbeer O Paradiso (4. Akt, Vasco - aus: L' Africaine)
15 E. Lalò Vainement ma bien aimeée (3. Akt, 2. Szene Mylio - aus: Le Roi d'Ys)
16 G. Bizet La fleur que tu m'avais jetée (3. Akt, José - aus: Carmen)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marcelo Álvarez Tenor
Sächsische Staatskapelle Dresden Orchester
Marcello Viotti Dirigent
 
SK 92937;5099709293726

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