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CD-Besprechung

Max Reger

O Tod, wie bitter bist du: Reger vocal I

Max Reger

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 18.08.04

Carus 83.154

1 CD • 58min • 2003

Regers Chorwerke gelten in der Regel als eine künstlerisch nur mühsam zu bewältigende Hürde für Laienchöre. Nicht so bei den geistlichen Gesängen op. 138 von 1914, deren Korrekturfahnen zwar erst auf dem Totenbett Regers vorgefunden wurden, deren Reife und Abschiedscharakter aber von einer meisterhaften Schlichtheit geprägt sind. Optimale Voraussetzungen also, um von einem professionellen Spitzenensemble wie dem Hamburger NDR-Chor unter der Obhut eines erfahrenen Akademieprofessors für Chorleitung eine modellhafte Einspielung zu hören. Tatsächlich gilt dies hier für alles, was mit der Stimmkultur, der Werktransparenz und Stimmenbalance, der Ausdrucksvielfalt und der Dynamik zu tun hat. Nicht aber – und da wird eine ganz wichtige Absicht des Komponisten zugunsten einer ästhetischen Klangregie unterlaufen – erfüllt sich das gleiche, hohe Anforderungsprofil bei der artikulierenden Verdeutlichung der Textvorlagen. Immerhin handelt es sich um ausgewählte geistliche Dichtungen von hohem literarischen Rang. Da hilft nur die Bereitschaft zum Mitlesen der Wortbeilagen, so lange sich die rein sprachliche Dimension der Musik hinter dem verführerischen Schleier harmonischer Schönfärbungen verbirgt.

Verwundert fragt sich der kritische Hörer, ob denn niemand unter den technischen Idealbedingungen in den Kontrollräumen des Aufnahmestudios dieses Defizit bemerkt hat und erfolgreich hätte gegensteuern können? Nur ein Beispiel: Das in geistlichen Texten häufig begegnende Wort „Gott“ ist seiner Wirkung und Bedeutung bis zur Unkenntlichkeit entstellt, wenn man glaubt, auf den „störenden“ Zungen-Doppelmitlaut „tt“ wegen der sängerischen Kultur verzichten zu müssen. Polyphone Satzstrukturen, wie in den Motetten op.110, unterliegen da natürlich anderen Regeln. Allerdings scheint die Frage der Textverständlichkeit auf Kosten aller von Ecken und Kanten befreiten a-cappella-Klänge ganz allgemein zum Wettbewerb gegenwärtiger Chorpraxis um den höchsten Qualitätsmaßstab zu gehören. Eine befriedigende „Sprachregelung“ ist jedenfalls unter allen Vergleichsaufnahmen im aktuellen CD-Katalog bisher (noch) nicht gefunden worden.

Dr. Gerhard Pätzig [18.08.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Reger Acht geistliche Gesänge op. 138
2 Drei Motetten op. 110

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
NDR-Chor Hamburg Chor
Hans-Christoph Rademann Dirigent
 
83.154;4009350831544

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