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CD-Besprechung

Musical Soirée at Ainola Home of Jean Sibelius

Pekka Kuusisto

Ondine ODE1046-2

1 CD • 67min • 2004

20.09.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Um 1915 trug sich Sibelius mit dem Gedanken, ein zweites Violinkonzert zu komponieren. Aus diesem Plan wurde nichts, es entstand jedoch in den Folgejahren parallel zur Arbeit an den letzten Sinfonien eine Reihe von kleineren Stücken für Violine und Klavier, bei denen es sich keineswegs nur um Gelegenheitswerke für den häuslichen Gebrauch handelt. Die Stücke op. 78 und 81, darunter die virtuose Mazurka in Wieniawski-Manier oder das wundervolle Religioso, erinnern daran, dass der große Sinfoniker Sibelius immer auch ein Meister der anschaulichen Miniatur war. Die Danses champêtres, vollendet 1924 wie die siebte Sinfonie, verwenden Elemente stilisierter Folklore. Die Stücke op. 115 und 116 schließlich, aus dem Jahr 1929 stammend und zu den letzten von Sibelius veröffentlichten Kompositionen zählend, sind ganz persönlich geprägte Ausdrucksmusik.

All diese Werke entstanden in Sibelius Refugium, der nördlich von Helsinki in ländlicher Umgebung gelegenen Villa Ainola in Järvenpää, wo der Komponist von 1904 bis zu seinem Tod 1957 lebte. In der durch die ursprünglichen Möbel, Textilien und Gemälde geprägten einzigartigen Atmosphäre dieses Hauses entstand die vorliegende Einspielung – für die jungen Musiker Herausforderung wie Inspiration zugleich. Das Violinspiel von Pekka Kuusisto, der 1995 den Sibelius-Wettbewerb gewann, verschmilzt mit der intimen, warmen Akustik des Holzbaus, und die Pianistin Heini Kärkkäinen hat den gut erhaltenen großen Steinway-Flügel, den Sibelius 1915 zu seinem 50. Geburtstag dank einer öffentlichen Sammlung als Geschenk erhielt, hervorragend unter Kontrolle. Beide nehmen die Miniaturen ernst, gestalten mit Phantasie und einem unerschöpflichen Ausdrucksreichtum jenseits jeder Äußerlichkeit. Auch die Technik gab sich nostalgisch und benutzte für die Aufnahme Röhren-Mikrophone aus den fünfziger Jahren, um die besondere Akustik des Aufnahmeraumes so naturgetreu wie möglich einzufangen. Ein mit seltenen Fotos liebevoll ausgestattete Booklet rundet diese außerordentliche Produktion ab.

Sixtus König † [20.09.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Jean Sibelius
1Fünf Stücke op. 81
2Vier Stücke op. 78
3Danses champêtres op. 106 Nr. 1-5
4Vier Stücke op. 115
5Drei Stücke op. 116

Interpreten der Einspielung

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