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CD-Besprechung

L. Spohr

cpo 1 CD 999 798-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 10.08.04

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cpo 999 798-2

1 CD • 72min • 2001

Komponisten wie Louis Spohr erinnern uns immer wieder daran, daß kein kosmisch verankerter Schöpfungsplan, sondern eigentlich nur immer wieder die Laune des Schicksals darüber entschied, welchen Weg die Tonkunst zukünftig einschlagen würde. Wie hätte es beispielsweise kommen können, wenn Beethoven nicht ertaubt oder wenn er nach Kassel gegangen wäre? Wenn sich die sinfonische Linie Spohrs, Schumanns, Mendelssohns und Raffs durchgesetzt hätte? Natürlich ist es müßig darüber zu spekulieren, doch sollte man in keinem Fall die Kehrseiten der großen, strahlenden Medaillen aus den Ohren lassen, denn gerade sie eröffnen uns oft genug ein Beziehungsnetz, das auch den „göttlichen Meistern” ihren Platz in der Gesellschaft ihrer Zeit einräumt.

Mit den Concertanten op. 48 (1808) und op. 88 (1833) präsentieren die Geschwister Ulf und Gunhild Hoelscher zwei wahre Juwelen aus Louis Spohrs vergnüglichem Labor – klanglich raffinierte, musikalisch bisweilen regelrecht süffige und in virtuoser Hinsicht anspruchsvolle Kompositionen, deren Aufführung selbst am Lautsprecher eine beinahe szenische Qualität annimmt: Man sieht förmlich, wie sich die Solisten in höchste Höhen treiben, einander verfolgen, sich zuzwinkern, und einer der beiden männlichen Akteure – entweder der Dirigent oder der Geiger – würzt die Vorstellung an besonders beschwingten und expressiven Stellen mit einem dezenten Gesang à la Barbirolli, so engagiert wird allseits musiziert.

Zwei ganz aparte Solonummern sind Ulf Hoelscher vorbehalten. Zunächst die durchaus ernsthafte Polonaise op. 40 (1815), die unter anderem mit leisen Anklängen an Paganinis Teufelscaprice Nr. 24 spielt; und zum Beschluß das dreiteilige Potpourri über irische Volkslieder op. 59 (1820), dessen authentische Themen wiederum sehr virtuos und erfindungsreich verarbeitet werden, ohne in eine platte Schaustellerei oder jene Kitschpostkartenästhetik auszuarten, die man mit Letzte Rosen und ähnlichen Weisen von der grünen Insel sonst so gern feilbietet.

Alles in allem eine freundliche, schön komponierte CD, die sich vorzüglich in das große Spohr-Programm des Labels cpo einfügt und nicht nur Raritätenjägern Freude bereiten wird.

Rasmus van Rijn [10.08.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L. Spohr Concertante Nr. 1 A-Dur op. 48 für zwei Violinen und Orchester
2 Grande Polonaise op. 40
3 Concertante Nr. 2 h-Moll op. 88 für zwei Violinen und Orchester
4 Potpourri über irische Volksweisen op. 59

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ulf Hoelscher Violine
Gunhild Hoelscher Violine
Rundfunk Sinfonieorchester Berlin Orchester
Christian Fröhlich Dirigent
 
999 798-2;0761203979820

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