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CD/SACD surround-Besprechung

Channel Classics CCS SA 21604

1 CD/SACD surround • 65min • 2003

22.07.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Diese Neueinspielung von Rachmaninoffs zweiter Sinfonie wirkt – klanglich gesehen – außerordentlich durch ihre räumliche Balance. Das liegt an zweierlei: an den Vorzügen der SACD-Mehrkanaltechnik, vor allem aber an der von Fischer gewählten Aufstellung der Streicher mit antiphonalen Violingruppen, Celli links mittig und Bratschen rechts mittig, was die Polyphonie der Instrumentierung optimal durchleuchtet. Auch die Holzbläser kommen oft vorzüglich zur Geltung; ein Schwachpunkt sind jedoch die Blechbläser, die aufgrund ihrer heutigen Größe in den lauten Tutti die Holzbläser zudecken. Da Rachmaninoff diese Sinfonie besonders dankbar für das Blech instrumentiert hat, haben Dirigenten (auch Fischer) heutzutage beträchtliche Mühe, diese Diskrepanz auszugleichen. Leider können Durchschnitts-Heimanlagen mit den Dynamik-Spitzen dieser Produktion kaum mithalten; auch auf einer guten Surround-Anlage klirrt es gelegentlich. Die Trennschärfe der Instrumentengruppen ist allerdings auch auf einer üblichen Anlage mit zwei Boxen schon phänomenal; Surroundsound bringt hier wenig Verbesserungen – vor allem eine Erweiterung des Panoramas um den Hörer herum etwa so weit, wie man bequem beide ausgestreckte Arme nach hinten bewegen kann.

Interpretatorisch liefern Fischer und sein Budapest Festival Orchestra eine der packendsten Sichtweisen des Werkes, der ich in den letzten Jahren begegnet bin. Dass sie trotzdem nicht ganz an die phänomenale Leistung von Andre Previn heranreicht – 1973 mit dem London Symphony Orchestra; EMI 7 64530 2 –, liegt an Fischers Behandlung der Rubati. Während die kleinen Beschleunigungen und Verzögerungen bei Previn sehr diskret aus seinem Atmen der Musik vollzogen wirken, nimmt Fischer manche Passagen im Tempo zu sehr zurück, zieht andere zu sehr an. Vielleicht lässt er auch seinem Orchester lieber eher freien Lauf, als zu viel Kontrolle auszuüben. Im Resultat wirken manche Passagen (besonders in der Einleitung des Kopfsatzes und im Adagio ein bisschen zu gekünstelt und unorganisch. Bewundernswert ist freilich die farbliche Vielfalt, welche diejenige des LSO unter Previn noch übertrifft, sowie die Wirkung mancher Passagen durch eine fast barocke Lust am Affekt des Moments. Das verleiht der Aufnahme ein besonderes künstlerisches Profil und reiht sie in meiner persönlichen Rangliste zwischen Previn und der historischen DGG-Einspielung unter Kurt Sanderling ein. Ein Muss für Rachmaninoff-Fans.

Dr. Benjamin G. Cohrs [22.07.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Sergej Rachmaninow
1Sinfonie Nr. 2 e-Moll op. 27
2Vocalise E-Dur op. 34 Nr. 14 (Orchesterfassung 1912)

Interpreten der Einspielung

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