Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

S. Barber

Naxos 1 CD 8.559134

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 16.06.04

Naxos 8.559134

1 CD • 57min • 1999, 2001, 2002

Wenn es Musik gelingt, „Zeit“ zu vergessen, ja, wenn der Hörer irgendwie seine Raumzeit-Ortung verliert, dann ist dies zumindest kein schlechtes Zeichen für die Musik, auch wenn der analytische Geist sich parallel dazu zur Ruhe begibt. Barbers 1947 entstandenes Knoxville: Summer of 1915 ist eine dieser eher seltenen und eigentümlichen Kompositionen, die eine lichtvolle Stille, Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen, nicht „Idylle“, die in ihrer Begrifflichkeit gleich auch ihrer Polarität die Tür öffnet. Wenn ein solcher Zustand von Verzauberung und Ent-Zeit(licht)ung erreicht ist, dann bleibt die Frage der Stilmittel, die der Komponist dabei anwendet, zweitrangig: es ist eine eigensinnige Melange aus romantischen, impressionistischen und zeitlos klassischen Sprachformen der Musik, die Barbers subjektiv durchdrungenen Stil prägen, aber es wäre beleidigend und ebenso nichtssagend, ihn „klassizistisch“ zu nennen.

Karina Gauvin gestaltet diese ebenso schlichte wie vollkommene Komposition mit einer präsenten und doch transzendenten Wärme, eine Spur schwergewichtiger und ernsthafter als etwa Dawn Upshaw in ihrer Einspielung von 1988. Auch im 1976 entstandenen Third Essay neigt Marin Alsop zu einem betont ruhigen Tempo (Andrew Schenck lässt das hier fast viertelstündige Werk in 12 Minuten spielen), was dem düster-energischen Charakter dieser substantiellen und packenden Musik aber keineswegs schadet. In diesem Sinne und in ihrer Auswahl lädt diese sehr geglückte Produktion dazu ein, einen Komponisten zu entdecken, der vielleicht aus europäischer Sicht „neben“ oder einfach außerhalb seiner Zeit stand, aber gewiß nicht aus der Sicht dieser jüngeren Kultur, der amerikanischen.

Vergleichsaufnahmen: Knoxville: Dawn Upshaw (Sopran), Orchestra of St.Luke’s, David Zinman, Nonesuch 979 187-2

(Third Essay:) New Zealand Symphony Orchestra, Andrew Schenck, Koch Classics 3-7010-2

Hans-Christian v. Dadelsen [16.06.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Barber Knoxville: Summer of 1915 op. 24 (1948)
2 Second Essay op. 17 für Orchester (1942)
3 Third Essay op. 47 für Orchester (1976)
4 Toccata festiva op. 36 für Orgel und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Karina Gauvin Sopran
Thomas Trotter Orgel
Royal Scottish National Orchestra Orchester
Marin Alsop Dirigent
 
8.559134;0636943913420

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc
Film La Mélodie