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CD-Besprechung

harmonia mundi HMC 901826.27

2 CD • 2h 35min • 2003

21.07.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Zugegeben: Die Handlung von Siroe ist nicht besonders stringent, und Metastasios Libretto hat durch Niccolò Francesco Hayms Bearbeitung nicht unbedingt an Qualität gewonnen. Doch Händels Musik ist stark und zeigt, worauf es dem Komponisten ankam. Indem er den Orchesterapparat auf zwei Oboen, Streicher und Basso continuo reduzierte (was, nebenbei bemerkt, dieses Stück heute für eine Low-Budget-Produktion attraktiv macht), konzentrierte er den Blick ganz auf die Virtuosität seiner drei Stars: des Kastraten Senesino und der beiden Primadonnen Cuzzoni und Bordoni. Daß dem Werk dennoch kein dauerhafter Erfolg beschieden war, lag an äußeren Umständen. In London tobte der Opernkrieg, in dem Händel bekanntlich den kürzeren gezogen hat. Immerhin ließ er die Schätze, die in diesem Werk nun einmal vorhanden waren, nicht ungenutzt, denn in den folgenden Jahren fügte er immer wieder einzelne Arien aus Siroe in die Aufführungen seiner englischen Oratorien ein.

Andreas Spering läßt nun dieser Oper Gerechtigkeit widerfahren, indem er mit einem direkten Zugriff die Vitalität der Musik zur Geltung kommen läßt. In den Rezitativen hat er einige Striche vorgenommen, was das dramaturgische Tempo erhöht und überdies die Produktion kostengünstig mit zwei CDs auskommen läßt. Das Solistenteam ist stimmlich homogen und singt stilistisch auf hohem Niveau; hervorzuheben sind die Mezzosopranistin Ann Hallenberg in der Titelpartie, die Sopranistin Sunhae Im als Laodice und der Bariton Sebastian Noack als König Cosroe.

Gut in Form zeigt sich die Cappella Coloniensis; seitdem dieses Ensemble, das ursprünglich ganz vom WDR abhängig war, mehr Eigenständigkeit besitzt, ist es wieder in die erste Liga der deutschen Barockorchester aufgestiegen. Insgesamt hinterlässt diese Produktion einen deutlich besseren Eindruck als die inzwischen fünfzehn Jahre alte Vergleichseinspielung von Rudolph Palmer (Newport Classic), aber auch als Andreas Sperings Aufnahme von Händels Imeneo (cpo). Gerade hinsichtlich der Tempowahl ist ein Fortschritt zu verzeichnen, obwohl man über Details immer noch streiten mag. Andreas Spering ist zweifellos auf dem richtigen Weg, so dass man seiner nächste Händel-Oper mit hohen Erwartungen entgegensehen darf.

Dr. Matthias Hengelbrock [21.07.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Friedrich Händel
1Siroe, Re di Persia (Opera in tre atti, 1728)

Interpreten der Einspielung

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