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CD-Besprechung

Josef Suk: Sinfonie Nr. 2 c-Moll op. 27 (Asrael)

cpo 1 CD 777 001-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 02.04.04

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cpo 777 001-2

1 CD • 60min • 2002

Das Positive gleich vorweg: Es ist gut, dass Josef Suks Asrael-Sinfonie, ein Schlüsselwerk der späten Romantik um 1900, einmal aus dem tschechischen Interpretenraum herausgeholt wird. Denn das ist grosse Musik, geographisch nicht gebunden und zeitlos. Alle bisherigen Interpretationen trugen den böhmische Stempel. Die Kehrseite: Den Aufnahmen von Vaclav Talich, Vaclav Neumann und vor allem der Referenzeinspielung von Jiri Belohlavek (alle drei mit der Tschechischen Philharmonie) kann das Unterfangen von Kirill Petrenko nicht ganz das Wasser reichen. Es ist der Mitschnitt eines Konzertes in der Komischen Oper Berlin, wo der im westsibirischen Omsk geborene und in Wien ausgebildete Dirigent seit zwei Jahren als Chef fungiert. Es gehört zur guten Tradition dieses Theaters, regelmässig auch Konzerte im eigenen Haus zu veranstalten und damit das eigene Orchester mit immerhin 112 Mitgliedern gehörig zu fordern.

Josef Suk war Antonin Dvoráks Lieblingsschüler und Gatte von dessen Tochter Ottilie. Genau der Verlust dieser beiden geliebten Menschen hat den Komponisten zu seiner persönlichsten und zugleich vielschichtigsten Schöpfung angeregt; Asrael ist in der jüdischen und mohammedanischen Mythologie jener Engel, der die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits geleitet. Die ersten drei Sätze sind der Erinnerung an Dvorák gewidmet; dann starb Ottilie mit 27 Jahren, sie wird im vierten Satz (mit Zitaten aus Suks eigener Liebesmusik Ein Märchen) beschworen, bevor sich das Finale zum melancholischsten C-Dur durchringt, das man sich vorstellen kann. Den seelischen Ablauf dieser Trauermusik vermag Petrenko schlüssig darzustellen (besonders gelungen ist der verklärte Trioteil im 3. Satz = Scherzo), obwohl sich bei ihm die einzelnen Abschnitte nicht immer so selbstverständlich entwickeln und verbinden wie bei Neumann oder Belohlavek. Die dramatischen Fortissimo-Ausbrüche dagegen wirken gequetscht und massiv; schwer zu sagen, ob diese mangelnde Transparenz am Orchester liegt oder an den kaum ganz idealen akustischen Verhältnissen in der Komischen Oper.

Mario Gerteis † [02.04.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Suk Sinfonie Nr. 2 c-Moll op. 27 (Asrael)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Orchester der Komischen Oper Berlin Orchester
Kirill Petrenko Dirigent
 
777 001-2;0761203700127

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