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CD-Besprechung

J. Brahms • R. Schumann

gutingi 1 CD 230

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 11.09.03

gutingi 230

1 CD • 73min • 2003

Einmal mehr präsentiert sich der Pianist Gerrit Zitterbart als Solist. Als Mitglied des 1976 gegründeten Abegg Trios (mit Ulrich Beetz und Birgit Erichson) ist er gewissermaßen eine „Bank“, eine erste Adresse des klavieristischen Triowesens. Gesamtaufnahmen der entsprechenden Kammermusiken von Beethoven, Mozart, Schubert, Mendelssohn, Gade, Schumann, Brahms und Dvorák (allesamt bei Tacet) bürgen für ein Höchstmaß an Erfahrung und Kompetenz.

Im Alleingang jedoch scheint mir Zitterbart nicht jene Gelöstheit, jene Unabhängigkeit des Denkens, Fühlens und letzten Endes auch nicht des Spielens zu erzielen, die er in Allianz mit musikalischen Gesprächspartnern so selbstverständlich an den Tag legt. Wenn er hier nun Schumanns Abegg-Variationen in die Hände nimmt, dann tut er das sehr nachdenklich, fast zögerlich in den brillanten, eleganten Abschnitten. Schon in der Formulierung des Themas fallen starke Ritardandi vor den obersten Oktav-Noten auf, die mir – mit Verlaub gesagt – ein wenig zu dick, zu aufgesetzt vorkommen. In den schnellen Passagen dann will nicht recht Geschmeidigkeit und jugendliche Passion aufkommen. Fast möchte man meinen, Zitterbart spielte dieses erste offizielle Klavierwerk Schumanns als Spätwerk. Wie stetig, wie zielstrebig und leuchtend, flackernd-beherrscht man diese weit über die Klaviatur gestreuten, ja geschleuderten Passagen man servieren kann, zeigt wohl am Anschaulichsten die Weissenberg-Einspielung aus den 70er Jahren.

Solide, sorgsam gelesene Wiedergaben bietet Zitterbart im Folgenden mit Schumanns „Carnaval“ und den erregteren Nummern aus Brahmsens Werkreihe op. 116, mit den leiseren, verhalteneren Nummern bewegt er sich in der Region korrekten Zaubers, will sagen: das Mysteriöse, das Zweideutige, das Schwebende ist nicht sein Terrain. Hier erinnert sein Spiel an Brahms-Strategen der nördlichen Art wie Detlef Kraus oder Hans Richter-Haaser (was man ja auch als Kompliment auffassen könnte).

Vergleichsaufnahme(n): Schumann: Abegg-Variationen (Weissenberg / EMI 2 C 063-10547)

Peter Cossé † [11.09.2003]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Schumann Variationen über den Namen Abegg op. 1
2 Carnaval op. 9 (Scènes mignonnes sur quatre notes)
3 J. Brahms Intermezzo Es-Dur op. 117 Nr. 1
4 Intermezzo b-Moll op. 117 Nr. 2
5 Intermezzo cis-Moll op. 117 Nr. 3
6 7 Fantasien op. 116

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gerrit Zitterbart Klavier
 
230;4012652023036

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