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CD-Besprechung

Mozart - Frühe Salzburger Meistersinfonien

Mozart - Frühe Salzburger Meistersinfonien

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 5

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Besprechung: 10.07.03

Naxos 8.551206

1 CD • 63min • 1995, 2001

Warum die stolze Zahl an Aufnahmen dieser drei Mozart-Sinfonien um eine weitere erhöht werden mußte, bleibt eine offene Frage, die Helmut Müller-Brühl und das Kölner Kammerorchester auch nach über einer Stunde Spieldauer nicht beantwortet haben. Denn ungetrübte Freude bescheren dem Hörer dieser CD allenfalls zwei Sätze – von insgesamt zwölf! Das „Andante“ der A-Dur-Sinfonie KV 201wird wunderbar verschleiert und wie mit Samthandschuhen musiziert, ehe der „klärende“ Einsatz der Bläser in der Coda mit sicherem Gespür die späte Pointe setzt. Auf der Habenseite steht zweifellos noch das „Molto Allegro“ der D-Dur-Sinfonie KV 202, das die Kölner zu musikantischem Schwung und burlesker Laune ermuntert. Das nachfolgende „Andantino“ aber vertrüge einiges mehr an delikater Verfeinerung, zu reizlos und direkt dringt der Ton ans Ohr. Mit welcher Eleganz, mit welchem kammermusikalischen Instinkt spielen etwa die Streicher der Camerata Salzburg einen solchen Satz, Eigenschaften, die Müller-Brühls Kammerorchester bei dieser Aufnahme ebenso vermissen läßt wie den dramatischen Furor, den Wagemut, der ein anderes Ensemble aus der schönen Stadt am Rhein, das Concerto Köln, auszeichnet. In den Ecksätzen der A-Dur-Sinfonie neigen die Musiker nachgerade zum Buchstabieren des Notentextes, eine Vortragsweise, die noch die kleinste Ungenauigkeit wie unter ein Vergrößerungsglas rückt – und die auch von der merkwürdig wellenförmigen Dynamik, mit der Müller-Brühl hier experimentiert, nicht belebt wird.

Insgesamt freilich bevorzugt der Dirigent die ruhige Ausgewogenheit, er meidet die Extreme in Tempo und Tonstärke. In der C-Dur-Sinfonie KV 200 allerdings wird er sich selbst untreu und verblüfft – oder erschreckt – seine Hörer mit buchstäblich knallharten Attacken der Pauken (deren Part vermutlich einer Sekundärquelle oder einer Rekonstruktion folgt, da Mozarts autographe Paukenstimme seit Jahrzehnten verschollen ist). Ohnehin wird der Klang des Orchesters von der Aufnahmetechnik recht kompakt übermittelt, ohne das Maß an Transparenz, Tiefenschärfe und Detailfreudigkeit, das der verwöhnte CD-Sammler mittlerweile erwarten darf. Doch bieten sich ihm ja Alternativen genug – bei diesen drei berühmten Sinfonien.

Susanne Stähr [10.07.2003]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.A. Mozart Sinfonie Nr. 28 C-Dur KV 200
2 Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201
3 Sinfonie Nr. 30 D-Dur KV 202

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kölner Kammerorchester Orchester
Helmut Müller-Brühl Dirigent
 
8.551206;4891030512061

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