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CD-Besprechung

G. Kurtág

ECM 1 CD ECM1730

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 14.10.03

Klassik Heute
Empfehlung

ECM ECM1730

1 CD • 70min • 2002

ECM stellt auf der vorliegenden CD in üblicher edel-schlichter Aufmachung drei Werke György Kurtágs vor. Ebenso wie gewohnt bewegt sich die Qualität der Interpreten und der Aufnahmetechnik auf höchstem Niveau. Lediglich an einer Übersetzung der Texte von op. 36 ins Deutsche hat man gespart. Nicht ganz nachvollziehbar, sind doch die Hölderlin- bzw. Celantexte im Beiheft in englischer und französischer Fassung zu finden. Bei einer ansonsten so ausgezeichneten und sorgfältig edierten Produktion sollte so etwas nicht vorkommen.

Der Schweizer Bariton Kurt Widmer ist ein exzellenter Anwalt der intensiven, teils verstörenden Hölderlin-Gesänge, die – bis auf eine Nummer – den Sänger ganz auf sich selbst stellen. Widmer demonstriert die ganze Bandbreite gestalterischen Könnens ganz im Dienste des Werkes – vom hauchzarten pianissimo bis hin zu ekstatischem Schreien: Pallaksch (jenes mysteriösen, authentisch überlieferten Wortes des weggetretenen Hölderlins, das Paul Celan ans Ende seines bekannten Gedichts Tübingen, Jänner setzte). So eindrucksvoll der Einsatz der solistischen Stimme hier auch sein mag, so sehr laufen Kurtágs Hölderlin-Gesänge zuweilen Gefahr, sich in einer gewissen Parlando-Beliebigkeit zu verlieren.

Gänzlich instrumental gehalten sind hingegen Signs, Games and Messages für Streichtrio, ein 1989 begonnenes „Work in Progress“, Miniaturen (oftmals mit gleichsam programmatischen Titeln oder Widmungen versehen), die charakteristisch für Kurtágs Musiksprache sind (besonders gelungen etwa das Farbenspiel in der Hommage à J.S.B.). Auch mit dem Zyklus …pas à pas – nulle part… nach Gedichten von Samuel Beckett und Sébastien Chamfort für Bariton, Streichtrio und Schlagzeug – zwischen 1993 und 1998 komponiert – gelingt dem Komponisten assoziative Musik von eindringlicher Intensität, Zartheit und voller Anspielungen. Dem Hörer, der sich auf die durchaus nicht immer unmittelbar zugängliche Musiksprache Kurtágs einlässt, beschert diese Neuaufnahme ein aufregendes Hörvergnügen.

Heinz Braun [14.10.2003]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Kurtág Hölderlin-Gesänge op. 35a für Bariton (1993/1997)
2 Signs, Games and Messages für Instrumentalsolisten
3 ...pas à pas - nulle part... op. 36 (Gedichte von Samuel Beckett) für Bariton, Streichtrio und Percussion

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kurt Widmer Bariton
Hiromi Kikuchi Violine
Ken Hakii Viola
Stefan Metz Violoncello
Mircea Ardeleanu Percussion
 
ECM1730;0028946183328

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