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CD-Besprechung

Sony Classical S2K 87706

2 CD • 4h 52min • 2002

05.06.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Mit vollem, gesundem Klaviertones, elastisch im Rhythmus, nicht zu kurz und nicht zu lang in den maßvoll akzentuierten, dennoch nach Beethoven „schmeckenden“ Akkordschlägen – so begibt sich der Pianist Murray Perahia am Beginn seiner Schubert-Reise in die zerklüftete Landschaft der c-Moll-Sonate D 958. Es ist wie auch im Folgenden der drei späten, ebenso aus- wie ergreifenden Werke ein Spiel der manuellen und emotionalen Vernunft, des intelligenten Ausgleichs von Ausdrucksgegensätzen, ohne dass man Perahia den Vorwurf machen könnte, er hätte etwa im Kopfsatz der B-Dur-Sonate die relative Leichtigkeit des Klaviersatzes mit der Gewichtsarmut der lyrisch-dramatischen Botschaft verwechselt. So glättend und perlend hatten diesen Satz ja vor einigen Jahrzehnten Clara Haskil (für Philips) und Géza Anda (für die DG) gedeutet.

Perahias keinesfalls behäbigen Zeitmaße, seine genau dosierte Anwendung der höheren Lautstärkegrade, seine unaffektierte Phrasierung der wichtigen melodischen Nahtstellen und Weiterführungen bürgen für ein Schubertbild etwa in der imaginären Darstellungsmitte zwischen Künstlern, die vor allem die B-Dur-Sonate als „Weites Land“ begreifen (und dieses bis an die Grenzen des Todes auskundschaften) und solchen Musikern, die eher im Heiteren, im Sonnigen, im Überirdischen den interpretatorischen Schlüssel gefunden haben. Zur ersten Kategorie mag man Rudolf Serkin, Valery Afanassiev und Sviatoslav Richter zählen, von dem es freilich keine Aufnahme der A-Dur-Sonate gibt, zur zweiten Wilhelm Kempff und auf eine ganz besonders akkurate, ziselierende Art die bei Salzburg heimische Ingrid Haebler. Perahia nimmt also eine vermittelnde, den Hörer weder ins Unglück, noch in paradiesische Zonen führende Haltung ein, lässt ihn lauschend atmen, untersagt es sich, sein im gründlichen Partiturstudium gewonnenes Wissen musikhochschulhaft auszubreiten.

Zum Thema „Unglück“ wäre allerdings hinzuzufügen, dass Perahia den furiosen, gleichsam katastrophalen Mittelteil des „Andantino“ D 959 mit großer Passion – also durchaus in Serkin-Nähe – anpackt und zu rumorender Wirkung bringt.

Peter Cossé † [05.06.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Klaviersonate Nr. 19 c-Moll D 958 op. posth.
2Klaviersonate Nr. 21 A-Dur D 959
3Klaviersonate B-Dur D 960 op. posth.

Interpreten der Einspielung

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