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CD-Besprechung

Hyperion CDA67339

1 CD • 60min • 2001

19.06.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Bereits zum zweiten Mal veröffentlicht das Gaudier Ensemble eine Aufnahme des Schubertschen F-Dur-Oktetts D 803. Und der Ensemblegeist, im besten Sinne und höchsten Maße, inspirierte die Instrumentalisten zu einem ausgereiften, ausgefeilten Musizieren, wunderbar verwoben und „durchbrochen“ – namentlich in den Variationen des „Andante“. Ein schlanker, etwas trockener Klang, licht und klar und leicht in der Ansprache, scheint das gemeinsame Ideal dieser Kammermusiker zu sein, ebenso ein bewegliches und beschwingtes Spiel, verhalten eloquent und maßvoll expressiv. Wie durchdacht diese Interpretation erarbeitet ist, beweist sogleich der Kopfsatz: die Musiker stellen die Exposition zunächst ganz tänzerisch und divertimentohaft vor, bei der Wiederholung hingegen ist ihre Darstellung dramatischer, neu akzentuiert und gewichtet – eine schlüssige, eindrucksvolle Dramaturgie.

Im folgenden „Adagio“ allerdings verharren sie allzu mutlos in ihrer Stilistik, die erschreckenden „Risse“ in dieser Musik, die jähen crescendi, die beklemmenden Generalpausen – sonst doch Augenblicke, die dem Hörer das Blut in den Adern gefrieren lassen –, bleiben merkwürdig unterkühlt. Ohnehin werden die dynamischen Extreme, ein Wesensmerkmal der Schubertschen Instrumentalmusik, in dieser Einspielung bei weitem nicht ausgereizt. Auch im Scherzo müßten die Kontraste kraftvoller betont, die Tutti robuster angepackt werden. Andererseits – wer präsentiert das Ländler-Trio im Menuett derart anmutig und mit musikantischem Witz? Am Schluß zeigt sich das Schubert-Glück dann wieder ungetrübt. Die langsame Einleitung sprengt endlich alle dynamischen Fesseln. Das anschließende „Allegro“ aber dosieren die acht Musiker ausgesprochen „moderato“, mit einer schlendernden Gangart, die gut zu dem Finale paßt und ihm einen sinnenfrohen, „wienerischen“ Zug verleiht – überdies Zeit einräumt für die virtuosen Kapriolen, die Schubert hier ausgeheckt hat. In der Coda läßt sich das Gaudier Ensemble zu dem wildesten Temperamentsausbruch der gesamten Aufnahme hinreißen, und spätestens in diesen letzten, stürmischen Takten mag man erahnen, was den vorangegangenen Sätzen, bei allen Schönheiten und Meriten, doch fehlte.

Susanne Stähr [19.06.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Oktett F-Dur op. 166 D 803

Interpreten der Einspielung

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