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CD-Besprechung

Erato 0927-45330-2

2 CD • 2h 08min • 2001

03.02.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Vorsicht Opera live! Die Warnung ist berechtigt, denn in der Jenufa-Aufführung der Londoner Covent Garden Opera ist die aktionsreiche Regie Oliver Tambosis nicht zu überhören. Das Stampfen, Poltern, das geräuschvolle Umhertummeln auf der Bühne tritt diesmal weit stärker als in anderern Bühnenmitschnitten in den Vordergrund. Auch die Balance der Stimmen fällt hier oft sehr unterschiedlich aus. Daß solche Eigenheiten den starken Eindruck der Aufnahme nicht mindern, ist einigen mitreißenden und herausragenden Leistungen zu verdanken. Janáceks erster (und später) Opernerfolg Jenufa hat in letzter Zeit mehrere Neuinszenierungen erlebt, aber kaum eine war darunter, die von so starker dramatischer Wucht war wie die Londoner Aufführung vom Jahr 2001. Bernard Haintink, obzwar kaum ein Operndirigent von exzessivem Temperament, überrascht hier mit einer straffen, in jedem Moment präsenten Darstellung, die sowohl die zarten Phrasen wie auch die gewaltigen Kulminationen auf packende Weise zur Geltung bringt. Die prangenden Farben des Orchesters (gespielt wird die von Charles Mackerras und John Tyrell erarbeitete Brünner Fassung vom Jahr 1908) sind von faszinierender Wirkung.

Hervorragende Besetzungen gibt es für die beiden großen Frauenrollen, wobei Anja Silja als Küsterin absolut die Sensation der Aufnahme darstellt. Es ist geradezu unfaßbar, daß diese Sängerin noch immer imstande ist, eine so schwere Partie nicht nur völlig mühelos, sondern auch mit aller emotionellen Hingabe zu gestalten. Der einzige Vorwurf, der an diese erstaunliche Künstlerin zu richten wäre, besteht darin, daß ihre Stimme fast zu jugendlich für diese Matronenrolle klingt. Karita Mattila ist eine seelenvolle Gestalterin der Titelrolle, singt mit blühendem, weichem und innigem Sopran, auch sie gehört zu den großen Erfreulichkeiten der Aufnahme. Weniger auffallend sind die beiden tenoralen Liebhaberpartien, die ja auch schon vom Libretto her als ziemlich klägliche Gestalten gezeichnet werden. Jorma Silvasti (Laca) und Jerry Hadley (Laca) halten wie die übrigen Ensemblekünstler solides Niveau, über das sich nur Eva Randová als alte Burya beträchtlich erhebt.

Clemens Höslinger [03.02.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Leoš Janáček
1Jenufa

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