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CD-Besprechung

DG 471 194-2

2 CD • 1h 54min • 2001

01.09.2001

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Wenn auch heute noch im selben Konzern fast zeitgleich zwei Einspielungen von Verdis Falstaff erscheinen können, dann kann es um die Klassik-CD nicht so schlecht bestellt sein. Während Gardiner kürzlich bei Philips vor allem mit dem historischen Instrumentarium, weniger mit der aufgebotenen Besetzung argumentieren konnte, haben Bryn Terfel, der für den Falstaff wie geschaffen erscheint, Claudio Abbado und die Berliner Philharmoniker hier eine Spitzenproduktion anzubieten. Mit seinem markanten, voluminösen und unverwechselbaren Bariton - eine Parallele zum legendären Falstaff Giuseppe Taddeis - verfügt Terfel sorgfältig differenzierend über eine sehr breite Ausdruckspalette. Er führt dabei eine funktionierende Mezzavoce und geschliffene Diktion ins Treffen. Köstliche Pointierung und große vokale Geste ergänzen sich ideal, tragen dazu bei, daß die Persönlichkeit dieses "Ritters von der aussterbenden Art" spürbar wird. Das verspielte Arioso Quand' ero paggio im Flüsterton zu beginnen, kann man nur als Eigenwilligkeit abhaken. Abbado schlägt - ähnlich wie einst Toscanini - Funken aus der Partitur. Er verwirklicht mit dem Orchester explosive, kontraststarke Dynamik und rasante Motorik bei optimaler Präzision und Spielkultur.

Mit konsequent gezügeltem, lyrisch getöntem Bariton führt Thomas Hampson das recht ausgeglichene Ensemble all jener Figuren an, die von Falstaff angezogen werden, die ihn brauchen wie er sie braucht. Dem seine maßlose Eifersucht hinausbrüllenden Mr. Ford steht ein Platz in der ersten Reihe zu, ebenso der köstlichen Kupplerin Mrs. Quickly (Larissa Diadkova), die ihr klangschönes Brustregister unforciert einsetzt, des weiteren der jugendlichen, durch piano-Höhen bezaubernden Nanneta (Dorothea Röschmann), dem komischen Bardolfo von Anthony Mee und letztlich auch der kultivierten Adrianne Pieczonka als Alice. Fenton (Daniil Shtoda) klingt etwas spröde, Dr. Cajus (Enrico Facini) erregt Mitleid als halbe Portion, an Anatoli Kotscherga als Pistola ist nichts auszusetzen. Extreme Bandbreite der Dynamik erschwert das Abhören, weil die Lautstärke oft nachgeregelt werden muß. Techniker-Ehrgeiz dieser Art gilt eigentlich als überholt. Und ein derart starker Nachhall müßte sich vermeiden lassen. Textheft in vier Sprachen.

Hermann Schönegger [01.09.2001]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Giuseppe Verdi
1Falstaff

Interpreten der Einspielung

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