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CD-Besprechung

BIS BIS-CD-1105

1 CD • 73min • 2000

01.08.2001

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Noriko Ogawa präsentiert in ihrer beeindruckenden Aufnahme nicht nur die allgemein bekannten zwei Serien der Images, sie spielt hier auch die erst 1978 veröffentlichten Images oubliées, jene drei Images, die Debussy als "Zwiegespräche zwischen Klavier und Spieler" bezeichnet hat, aber dann aus dem Gesamtpaket herausgenommen hatte - möglicherweise, weil sie anderen seiner Kompositionen zu verwandt erscheinen (das zweite hat Bezug zur dritten Estampe, das dritte scheint eine frühe Version der Sarabande aus Pour le Piano zu sein). Noriko Ogawa kreiert ein sehr differenziert gestaffeltes Klangbild, verfügt über das nötige Durchhaltevermögen, um die vielschichtigen farblichen Bögen gespannt zu halten und gestaltet das rhythmische Binnenleben dabei sehr akkurat. Daß ihr Debussy-Spiel dennoch nicht die Direktheit erlangt wie etwa in der Kocsis- oder der Michelangeli-Einspielung der Images, dürfte an der zu starken Konzentration auf klangliche Feinheiten und rhythmische Korrektheit liegen - wobei der Ausdrucksgehalt in den Hintergrund gerät. Noriko Ogawas Einspielung wirkt etwas distanziert.

Bei den beiden Préludes-Einspielungen macht schon der Zeitvergleich die Unterschiede deutlich: Bruno Canino benötigt knapp 78 Minuten, Vladimir Viardo kommt mit knapp 71 Minuten aus. Beide Pianisten loten dabei allerdings nur Teilbereiche des von Debussy geforderten Ausdrucksspektrums aus. Caninos Interpretation erscheint klanglich weniger facettenreich, mitunter fast sogar etwas stumpf im Ansatz. Störend macht sich die rhythmisch-metrische Strenge seines Spiels bemerkbar: Canino wirkt wie in einem Korsett gefangen. So fehlt der Musik Geschmeidigkeit hier und rhythmischer Drive dort.

Vladimir Viardo bevorzugt ein wattigeres Klangbild, spielt dabei mit einem betont entspannten, mitunter lässigen Ton. Durchweg recht zügige Tempi und ein manchmal dumpfer, nicht gut trennender Pedal-Einsatz bestärken diesen Eindruck, die feinen Stimmungsnuancen bekommen wenig Raum zur Entfaltung. Wo Canino insgesamt zu streng, zu gebunden wirkt, erscheint Viardo die 24 Stücke über zu locker, zu vordergründig.

Kalle Burmester [01.08.2001]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Claude Debussy
1Images, Heft I (Reflêts dans l'eau, Hommage à Rameau, Mouvement)
2Images II (Cloches à travers les feuilles, Et la lune descend sur le temple qui fut, Poissons d'or)
3Trois Images Oubliées
4Estampes L 100 für Klavier solo
5Masques L 105
6L'Isle joyeuse

Interpreten der Einspielung

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