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CD-Besprechung

Richard Strauss: Capriccio op. 85 (Konversationsstück für Musik in einem Aufzug)

Forlane 2 CD 268052

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 4

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Besprechung: 01.12.00

Forlane 268052

2 CD • 2h 24min • 1999

In finsterer Zeit entstanden und doch von geradezu olympischer Heiterkeit und Helligkeit erfüllt – so erscheint uns dieses erstaunliche, vieldeutige Alterswerk von Richard Strauss. Capriccio wurde niemals ein wirklicher "Renner" des Repertoires, dafür aber hat das Stück seinen festen Platz bei den Freunden des Exquisiten und Subtilen gefunden. Namentlich die Dirigenten fühlen sich zu dieser kunstvoll gearbeiteten, an deliziösen Winzigkeiten überreichen Partitur hingezogen. Es ist begreiflich, daß ein Esoteriker wie Georges Prêtre an diesem "Konversationsstück für Musik" nicht vorbeigehen konnte. Aus jedem Takt seines Dirigats ist herauszuhören, wie nahe ihm das Werk steht und mit welch hoher gefühlsmäßige Zuwendung er seine künstlerische Arbeit erfüllt. Bedauerlicherweise war das SWR-Sinfonieorchester Stuttgart nur in begrenztem Ausmaß imstande, seine Intentionen zu verwirklichen. Der Orchesterklang ist trocken, das Schimmern und Glänzen der Strauss-Musik will sich nicht recht einstellen, es mangelt an Geschmeidigkeit und Wärme in fast allen Instrumentengruppen. Auch der Gesamtklang der konzertant im Mannheimer Rosengarten-Konzerthaus erfolgten Wiedergabe befindet sich nicht ganz auf der erwünschten Höhe.

Das Sängerensemble bietet eine anerkennenswerte Gesamtleistung, wenngleich vorhandene Vorbilder nicht erreicht werden (gemeint sind da in erster Linie die Einspielungen unter Sawallisch bei EMI und Böhm bei DG). Felicity Lott als Gräfin singt, spricht und gestaltet souverän, sie erweist sich neuerlich als kompetente Strauss-Sängerin – aber es gibt eben eine Schwarzkopf und eine Janowitz, denen es gelungen ist, noch ganz andere Töne in diese Partie einströmen zu lassen. Als selbstbewußter Theaterdirektor La Roche stellt sich Günter von Kannen völlig zu Recht in den Vordergrund. Dieser Sänger, oft in Rollen koboldartigen Charakters eingesetzt, formt eine würdevolle, imponierende Figur und ergänzt durch scharfe Charakteristik, was seiner Stimme an Wohlklang fehlt. Positiv sind weiterhin zu nennen: Iris Vermillion als Clairon, Stephan Genz und Gregory Kunde (letzterer mit Sprachproblemen) als Künstlerpaar und ganz besonders Thomas Allen, dem als Graf eine fein ersonnene Studie gelingt. Zutreffend auch Markus Eiche in der kleinen, doch wichtigen Rolle des Haushofmeisters.

Clemens Höslinger [01.12.2000]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Strauss Capriccio op. 85 (Konversationsstück für Musik in einem Aufzug)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dame Felicity Lott Sopran
Iris Vermillion Mezzosopran
Gregory Kunde Tenor
Stephan Genz Bariton
Thomas Allen Bariton
Günter von Kannen Baß
SWR Vokalensemble Stuttgart Chor
SWR Radio-Sinfonieorchester Stuttgart Orchester
Georges Prêtre Dirigent
 
268052;3399242680529

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