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Leoš Janáček

tschech. Komponist

Biographie

Leoš Janáček wurde am 3. Juli 1854 in Hochwald (Mähren) geboren. Sein Vater war Lehrer, der das Musikstudium seines Sohnes nur unter schweren Opfern ermöglichen konnte. Leoš besuchte 1865 das Augustinerstift in Brünn, 1866 bis 1869 die deutsche Realschule und studierte 1869 bis 1872 an der „K.u.K. slawischen Lehrerbildungsanstalt“. Dort wurde er 1872 Musiklehrer und leitete verschiedene Chöre. Anschließend studierte er in Leipzig und Wien. von 1881 bis 1919 leitete er die Brünner Orgelschule, 1919 wurde er Kompositionslehrer am Prager Konservatorium und arbeitete schließlich als Forscher und Theoretiker über das Volkslied und über die „Melodie des gesprochenen Wortes“. Er sammelte Volkslieder seiner Heimat, beobachtete die Sprache seiner Landsleute und die Laute der Natur. Diese Studien flossen in seine Kompositionen ein, die „Sprachmelodie“ prägte seinen Stil nicht nur in den Vokalwerken. Seine Meisterwerke, die ihn weltberühmt machten, schrieb er fast alle in seinem letzten Lebensjahrzehnt (die Opern Katja Kabanowa, Das schlaue Füchslein, Die Sache Makropulos und Aus einem Totenhaus, die beiden Streichquartette, die Sinfonietta und die Glagolitische Messe). Janáček erfuhr viele internationale Ehrungten, er war u.a. Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und der Tschechischen Akademie in Prag. Neben Smetana und Dvořák ist Janáček der bedeutendste tschechische Musiker der Neuzeit. Er starb am 12. August 1928 in Mährisch-Ostrau.

Tabellarische Biographie

3.7.1854geboren in Hukvaldy (Nordmähren)
1865Eintritt ins Internat des Klosters Altbrünn; musikalische Ausbildung bei Pavel Krizkovsky
1869-1872Studium an der Slawischen Lehrerbildungsanstalt, anschließend dort Lehrtätigkeit
1873Chormeister beim Handwerkerverein Svatopluk; erste Kompositionen für Männerchor
1874-1875Studium an der Orgelschule in Prag bei Frantisek Blazek und Frantisek Zdenek
1876-1890Chormeister des Philharmonischen Vereins Beseda in Brünn
Mitte 1877Wanderungen mit Antonín Dvorák durch Südböhmen
18795monatiges Studium am Leipziger Konservatorium bei Oskar Paul und Leo Grill
18802monatiges Studium am Konservatorium in Wien bei Franz Krenn (Komposition) und Josef Dachs (Klavier)
13.7.1880Heirat mit der 16jährigen Zdenka Schulz
1881Gründung und Leitung der Orgelschule in Prag
12.8.1882Geburt der Tochter Olga, erste Ehekrise, zweijährige Trennung
1884Gründung der Zeitschrift Musikalische Blätter (erschienen bis 1888)
1887Entstehung der ersten Oper Sárka
1889Lachische Tänze für Orchester
1890Beginn der Volksliedstudien mit Frantisek Bartos
19.11.1890Todes des Sohnes Vladimir (* 1888)
1894Eifersucht für Orchester
1896Erste Rußland-Reise
1897-1915Mitglied des "Russischen Zirkels" in Brünn
1901Vater unser (Kantate)
1902Zweite Rußland-Reise
27.2.1903Tod der Tochter Olga
1903/1904Oper Osud (Umarbeitungen bis 1906, Uraufführung im Rundfunk 1934, szenisch 1958)
21.1.1904Uraufführung der Oper Jenufa in Brünn
27.1.1906Uraufführung der Klaviersonate Von der Straße 1.X.1905
1906Kantor Halfar für Männerchor
1909Die Siebzigtausend für Männerchor
19012Des Spielmanns Kind für Orchester
1913Violinsonate
1918Taras Bulba für Orchester
1919Tagebuch eines Verschollenen (Liederzyklus)
1919-1925Leiter einer Meisterklasse für Komposition am neuen Konservatorium in Brünn
1921Uraufführung Taras Bulba für Orchester
23.11.1921Uraufführung der Oper Káta Kabanová in Brünn
1923Streichquartett Nr. 1 (Kreutzersonate)
1924Uraufführung des Streichquartetts Nr. 1 (Kreutzersonate) in Brünn
21.10.1924Uraufführung des Bläsersextetts Mládi (Jugend) in Brünn
6.11.1924Uraufführung der Oper Das schlaue Füchslein in Brünn
1925Uraufführung der Oper Sárka
1926England-Reise. Kammerkonzert in der Wigmore Hall am 6.5.1926 mit eigenen Werken
26.6.1926Uraufführung Sinfonietta in Prag
18.12.1926Uraufführung der Oper Die Sache Makropoulos in Brünn
5.12.1927Uraufführung Glagolitische Messe in Brünn
1927/28Entstehung der Oper Aus einem Totenhaus
1928Streichquartett Nr. 2 (Intime Briefe)
12.8.1928gestorben in Ostrava

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