Carl Maria von Weber verdankt seinen Ruhm vor allem dem Freischütz. Das diesjährige Jubiläum – Weber starb vor 200 Jahren, am 5. Juni 1826 – bietet Anlass für eine Wiederentdeckung seiner Instrumentalmusik, die neben seinen Opernerfolgen in den Hintergrund rückte. Ein Beitrag dazu leistet das Münchner Rundfunkorchester und der Dirigent Johannes Moesus, die Teile von Webers selten aufgeführten Frühwerks eingespielt haben. Als Solisten sind die Cellistin Maria Zaitseva, der Bratschist Diyang Mei und die Sopranistin Elena Harsányi mit dabei. Die Musik entstand in Webers frühen Jahren, die von großer Rastlosigkeit geprägt waren. Der Knabe zog mit der wandernden Theatergruppe seines Vaters umher, der für ihn Wunderkind-Ambitionen hegte. Mit 17 Jahren wurde Weber kurzzeitig Kapellmeister am Breslauer Theater, ging dann als Sekretär nach Stuttgart und begann schließlich seine „Reisejahre“ als freischaffender Musiker.
Maria Zaitseva (Violoncello)
Diyang Mei (Viola)
Elena Harsányi (Sopran)
Münchner Rundfunkorchester
Johannes Moesus (Leitung)
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
Bayerische Staatsoper: Fortsetzung des "Ring"-Zyklus
Premiere von "Siegfried" in der Regie von Tobias Kratzer
Vladimir Jurowski, Foto: W. Hoesl
Am 29. Oktober ab 16 Uhr feiert mit Siegfried der dritte Teil von Richard WagnersRing des Nibelungen Premiere. Aus diesem Anlass greift eine neue Ausstellung im Freunde-Foyer und der Porträtgalerie des Nationaltheaters die über 150-jährige Münchner Aufführungsgeschichte des Zyklus auf. Siegfried kann als Herzstück des Ring-Zyklus angesehen werden. Es war Siegfrieds Geschichte, die Wagners Interesse an dem Nibelungen-Stoffkreis weckte. Er kombinierte den Sagentext mit Märchenmotiven und schuf so eines der originellsten Operntextbücher überhaupt. Musikalisch ist Siegfried mit seinen dunkel schimmernden Klangfarben und den mal zarten, mal monumentalen Naturschilderungen trotz einer über zehnjährigen Kompositionspause aus einem Guss. [28.10.2026]
Festival NOW! für Neue Musik eröffnet mit Stockhausen-Kultstück
„Inori“ mit der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Wolfgang Lischke
Neue Philharmonie Westfalen, Foto: Joerg Gutzeit
Mit Inori und damit einem der vielen Kultstücke von Karlheinz Stockhausen wird das Festival NOW! für Neue Musik am Freitag, 30. Oktober 2026, um 19:00 Uhr im Alfried Krupp Saal der Philharmonie Essen offiziell eröffnet. Passend zum diesjährigen Festival-Schwerpunkt „Transzendenz“ spiegelt sich in Inori (das japanische Wort für „Anbetungen“) die Spiritualität Stockhausens auf einzigartige Weise wider. Im Mittelpunkt stehen die zwei Solisten Winnie Huang und Diego Vásquez, die Gebetsgesten aus unterschiedlichsten Kulturen und Epochen choreografisch und mimetisch darstellen. [28.10.2026]
Hochschule für Musik Detmold würdigt Hans Werner Henze zum 100. Geburtstag
Konzerte, Oper und ein internationaler Kongress beleuchten Leben und Werk des Komponisten
Hans-Werner Henze, Foto: Schott Verlag, Peter Andersen
Mit „Hans Werner Henze_100“ erinnert die Hochschule für Musik Detmold an einen Komponisten, dessen Werk eng mit den politischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Konzerte, eine Opernaufführung, ein Dokumentarfilm und ein internationaler wissenschaftlicher Kongress beleuchten Hans Werner Henzes Schaffen und seine Bedeutung als Komponist, Dirigent, Autor und Kulturstifter. Schon bei der Feierlichen Studienjahreseröffnung der Hochschule am 16.10. stand ein Werk Henzes auf dem Programm: Being Beauteous für Koloratursopran, Harfe und vier Violoncelli. Die Komposition basiert auf dem gleichnamigen Gedicht von Arthur Rimbaud und entstand nach Henzes erster USA-Reise im Jahr 1963. [28.10.2026]
Olivier Messiaens «Éclairs sur l'au-delà…» heute in Basel
Konzert der Basel Sinfonietta in Kooperation mit der Hochschule für Musik Basel FHNW
Titus Engel, Foto: Matthias Baus
Mit elf Sätzen nimmt Olivier MessiaensÉclairs sur l'au-delà… nicht nur das gesamte Abendprogramm ein, sondern sprengt auch die herkömmliche Besetzung eines Sinfonieorchesters. Realisiert wird dieses Großprojekt – und Herzensangelegenheit des Principal Conductors Titus Engel – mit knapp 50 Studierenden der Hochschule für Musik Basel, die die Basel Sinfonietta auf der Bühne ergänzen und so diesen gewaltigen Klangkörper gemeinsam ermöglichen. [28.10.2026]
dass der Komponist und Beethoven-Schüler Ferdinand Ries der erste Direktor der Londoner Philharmonic Society war?
„...“
Komponieren ist für mich mühevoll, es ist fast immer ein quälender und schmerzhafter Prozess. Sehr selten geht es mir leicht von der Hand, doch davon hängt die Qualität der Musik, soweit ich es beurteilen kann, nicht ab. Zuweilen ist das leicht Hingeschriebene effektvoller, aber auch oberflächlicher. Gewöhnlich aber bedeutet Komponieren für mich Selbstvertiefung, Berührung mit der Schönheit, Verbindung mit der immateriellen Welt.