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CD-Besprechung

Giusepppe Verdi – Complete Chamber Songs

Stradivarius STR 33545

2 CD • 1h 31min • 1998

01.10.2000

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, stellen die Liedkompositionen Verdis keinen wesentlichen Bestandteil seines musikalischen Schaffens dar. Die meisten Schöpfungen dieser Gattung sind in den Anfangsjahren des Komponisten entstanden, zumeist leichtgewichtige, anmutige Gesangsstücke im Stile Bellinis und Donizettis, es befinden sich darunter aber auch schon die für Verdi charakteristischen Gesänge patriotischen Inhalts. In diesen Frühwerken begegnet man manchmal musikalischen Motiven, die Verdi in seinen Meisterjahren wieder verwendet hat, eine Praxis, die auch von anderen italienischen Komponisten (Puccini ist da ein prominenter Fall) bekannt ist. Die 1838 (also noch vor seiner ersten Oper Oberto) entstandene Romanze In solitaria stanza enthält ein unüberhörbares Vor-Echo von Leonoras erster Arie aus dem Trovatore. Ein Kuriosum aus Verdis Jugendtagen ist das auch von Franz Schubert vertonte Vittorelli-Gedicht Non t'accostare all'urna. In seinen Reifejahren hat sich Verdi nur selten diesem Genre zugewandt, und doch stammt aus dieser Phase eine der bekanntesten (und besten) seiner Liedkompositionen: Stornello aus dem Jahr 1869. Unter den Textautoren trifft man einige von Verdis Opern-Librettisten an, wie Felice Romani, Temistocle Solera und Francesco Mario Piave. Von Arrigo Boïto stammen die Worte zu einer der letzten Kompositionen Verdis: Pietà, Signor aus dem Jahr 1894, ein ergreifendes Stück, das nur aus wenigen Takten besteht.

Drei Sänger wurden für die Gesamtausgabe von Verdis Canzonen und Romanzen ausgewählt. Die Sopran- bzw. Tenorlieder werden von Mariella Devia und Sergei Larin zum größten Teil sehr zufriedenstellend vorgetragen, wenngleich sich bei ihnen die Symptome der Anstrengung manchmal recht störend bemerkbar machen. Sonor und in ruhigem Fluß ertönt hingegen die Baßstimme Michele Pertusis.

Die Edition hat allerdings einen nicht unwesentlichen Haken: Anstelle der originalen Klavierbegleitung ertönt ein Arrangement für Bläser und Kontrabaß, das von Andrea Chenna hergestellt wurde. Diese Bearbeitung ist zwar originell zubereitet, wird auch vom Parma Opera Ensemble (dem Chenna als Oboist angehört) mit gutem Gelingen ausgeführt – es bleibt aber doch nur Verdi aus zweiter Hand. Einzig das Eingangsstück, das Notturno Guarda che bianca luna (1839) erklingt in der von Verdi selbst geschaffenen Version für drei Gesangsstimmen, Flöte und Klavier.

Die Liedertexte sind im Booklet italienisch/englisch, der Kommentar italienisch/französisch/englisch wiedergegeben.

Clemens Höslinger [01.10.2000]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Giuseppe Verdi
1Arie da camera (Lieder von Giuseppe Verdi)

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