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CD-Besprechung

BIS BIS-CD-972

1 CD • 64min • 1999

01.08.2000

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

In seiner norwegischen Heimat gilt Harald Sæverud (1897-1992) als legitimer Nachfolger Edvard Griegs, und auch die US-Amerikaner halten traditionell große Stücke auf den Komponisten, der es immerhin auf die magisch-schicksalhafte Zahl von neun ausgewachsenen Sinfonien gebracht hat. Aber hierzulande hat sich sein Schaffen nach wie vor nicht recht durchsetzen können: Obwohl mittlerweile eine ganz erkleckliche Anzahl von Einspielungen den Bielefelder ziert, begegnet man seinen Werken im Konzertsaal kaum. Das ist zumindest angesichts der Sinfonien nicht einzusehen. Denn obgleich Sæverud nach kühnen frühen Versuchen (zu denen auch das hier eingespielte Cello-Konzert von 1930/31 zählt) von der Musikgeschichte gleichsam überholt wurde, hat er auf den Fundamenten der Tonalität zu einer höchst eigenen Tonsprache gefunden, die sich durch melodischen und instrumentatorischen Reichtum einerseits und formale Disziplin andererseits gründet.

Die achte Sinfonie jedenfalls, die der US-Bundesstaat Minnesota zu seinem 100. Geburtstag bei Sæverud bestellte, muß sich nicht hinter den Sinfonien etwa eines Pettersson verstecken. Wenngleich sie der grüblerischen Zerfurchtheit des skandinavischen Zeitgenossen vor allem mit hinreißender Naturlyrik (Kopfsatz Once upon a time ...), ausgelassener Fröhlichkeit (dritter Satz Gay Day) und galligem Humor (Finale Man and the Machine) entgegentritt.

Sæveruds Achte quillt über vor wunderbaren melodischen Einfällen und unerhörten Effekten. Und doch klammert klassisches Maß den knapp 40-minütigen Viersätzer - getreu dem Komponisten-Motto: "In meiner Musik versuche ich, möglichst klassisch zu sein, aber auf meine eigene Weise."

Ole Kristian Ruud und das ausgezeichnete, wenngleich in den Streichern eine Spur zu dünne Stavanger Symphony Orchestra klingen nicht so üppig wie die Konkurrenz unter Kitaenko. Aber ihre Entscheidung, auf Struktur zu setzen, auf Kontraste und Transparenz, bekommt der Achten bestens. Und wenn es nötig ist (aber eben nur dann), haben auch die Stavangers keine Scheu davor, es gehörig krachen zu lassen. Ein wunderbares Stück, eine wunderbare Einspielung - mit fabelhafter Klangqualität eingefangen.

Das läßt sich so rundum vom Cello-Konzert nicht sagen, obgleich auch hier die Umsetzung keine Wünsche offen läßt. Truls Mørk am Cello bürgt für die angemessene Mischung aus Disziplin und Sinnlichkeit, holt mit seinem prächtig-schlanken Ton heraus, was heraus zu holen ist. Aber das ist so viel leider nicht.

Es liegt eher daran, daß Sæverud zwar in seinem op. 7 herausgefunden hat, wie er sprechen wollte, nämlich vor allem polyphon, beherrscht, linear, edel, er aber noch nicht recht wußte, was er eigentlich sagen wollte. So bleibt der Dreisätzer auf langen Strecken in musikantischer Geschwätzigkeit stecken. Die Aufnahmequalität ist auch hier großartig.

Peter Korfmacher [01.08.2000]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Harald Saeverud
1Violoncellokonzert op. 7 (1930/1931)
2Sinfonie Nr. 8 op. 40

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